Neue Satzung für alte Siedlung

Hassel.. Weiß, grau, beige oder gelb dürfen sie sein, die Fassaden der Häuser in der Gartenstadt Hassel. Die Dächer dazu können rot oder schwarz sein. Dies und mehr regelt seit Jahren schon eine Satzung der Stadt, die bei vielen neuen Eigentümern bereits für Unmut sorgte. Jetzt soll die Gartenstadtsatzung geändert und an die Bedürfnisse der Anwohner etwas angepasst werden. Und die hatten im Bonni bei einem „Bürger­Café“, zu dem die Verwaltung eingeladen hatte, Gelegenheit, ihre Vorschläge einzubringen.

Zunächst aber wurde über die alte Satzung diskutiert. Vor allem über Gartenhäuschen, Kaninchenställe oder Taubenschläge. Die nämlich dürfen nicht mehr als 30 Kubikmeter haben, müssen Auflagen erfüllen. „Aber ohne Tauben ist das doch gar keine Bergmannssiedlung mehr“, warf ein Teilnehmer Ursula Neubauer, Stadtplanerin, vor. „Kleine Taubenhäuser sind ja erlaubt“, versuchte sie zu beschwichtigen. Doch an diesem Punkt schieden sich die Geister. Eine Satzung zum Schutz einer großen Bergmannssiedlung, ja, eine Einschränkung der Größen von Ställen und Gartenlauben, nein. Doch die gelten sogar da, wo es gar keine Gartenstadtsatzung gibt. „Es gibt in manchen Gärten Geräteschuppen, die sind so groß, da könnte man mit 80 Leuten drin feiern – das war nie genehmigungsfähig und ist es heute nicht“, bewahrte sich Neubauer ihren Humor.

Lockerungen sind vor allem für Wiederaufbauten geplant, also Häuser, die nach dem Krieg gebaut wurden an Stellen, wo auch vorher Eigenheime standen. Sie unterliegen bis jetzt ebenso der Satzung. Im Entwurf für die neue Satzung aber kann die Behörde hier Abweichungen zulassen.

Neu ist auch, dass der Entwurf der Satzung nun sogar Farbtöne aus der RAL-Skala für die Außenfassade vorgibt. Und während sich die aktuelle Satzung zu der Anbringung von Solaranlagen gar nicht äußert, erlaubt der neue Entwurf diese, wenn „sie sich gestalterisch unterordnen“. Anbauten sind laut Entwurf „nur eingeschossig und nur hinter der vorderen Gebäudekante zurückspringend zulässig“. Und Vordächer dürfen demnächst nicht größer als 1,70 mal 1,50 Meter sein. Was jedoch vor dem Erlass der ersten Satzung legal gebaut oder angebaut wurde, das hat Bestandsschutz.

Unterm Strich ist die neue Satzung weiterhin umfangreich. Und an ihr kommt kein Eigenheimbesitzer in der Gartenstadt Hassel vorbei. „Eine Satzung ist das kleinste Gesetz, was es gibt“, klärte Ursula Neubauer auf. Und wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Satzung verstößt, der muss, so der Entwurf, mit einem Bußgeld von bis zu 50 000Euro rechnen.

 
 

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