Nahverkehr im Abseits

Mit der ganzen publizistischen Kraft, die ihr zur Verfügung steht, hat die kleine WAZ-Redaktion Buer dafür gesorgt, dass die marode Treppe am Bahnhof Buer-Süd jetzt auf Dauer geschlossen bleibt. Bahnkunden und Nutzern der Abkürzung sei versichert: Wir hatten uns das anders vorgestellt und doch tatsächlich geglaubt, dass die Veröffentlichung den Anstoß zu einer Reparatur geben könnte. So naiv kann man sein.


Zugegeben: Es gibt es schlimmere Missstände als ein paar wackelige Treppenstufen am Ende eines Bahnsteigs an einem Bahnhof, an dem in einer Stunde nur zwei Züge halten. Dabei zeigt der Haltepunkt Buer-Süd beispielhaft, wie es um den öffentlichen Personennahverkehr abseits der großen Bahnhöfe im Ruhrgebiet bestellt ist. Stadt, Land, Bund, Politik, VRR, RVR, Bogestra und Bahn AG: Sie alle wollen etwas tun, damit das Revier nicht im Stau erstickt. Aber wenn es konkret wird, zeigt der Finger immer auf andere. Die Bahn AG verweist auf die Stadt, die Stadt auf das Bundeseisenbahnvermögen, das sich nicht scheute, die Treppe stillzulegen und zu argumentieren: Wir brauchen die Treppe nicht, Bahnkunden sind nicht unsere Kunden.


Der Umbau der Horster Straße rückt bald bis zum Bahnübergang. Was ist geworden aus den Ideen, Straßenbahn und Eisenbahn dort besser zu verknüpften, den Bahnsteig näher zur Straße zu rücken und stufen- und angstfrei zu gestalten? Der Bahnkunde wundert sich: In Buer-Süd kommt er kaum vom Fleck, nebenan in Gladbeck stehen die Signale auf Grün - für den Ausbau der Autobahn.

 
 

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