Mit den Füßen trippeln und den Fäusten boxen

Entspannungs- und Bewegungseinheiten sollen den Unterricht beleben.
Entspannungs- und Bewegungseinheiten sollen den Unterricht beleben.
Foto: ANB
Im Unterricht die Augen geschlossen zu halten, mit den Füßen zu trippeln – in der Gesamtschule Horst sind diese Zwischenfälle erwünscht. Die Broschüre „Bewegung im Unterricht“ fasst Übungen dieser Art zusammen.

Gelsenkirchen-Horst..  Mitten im Unterricht die Augen geschlossen zu halten, einen Bleistift zwischen den Zeigefingern oder ein Buch auf dem Kopf zu balancieren, mit den Füßen zu trippeln oder mit den Fäusten wechselweise nach vorn zu boxen - dafür hätte es früher mindestens einen Ordnungsruf gegeben. In der Gesamtschule Horst werden Zwischenfälle dieser Art nicht beanstandet. Im Gegenteil. Sie sind sogar ausdrücklich erwünscht. Die Broschüre „Bewegung im Unterricht“ fasst Übungen dieser Art zusammen und fordert zum gemeinsamen „Aktivieren – Konzentrieren – Entspannen“ auf.

Auf über 30 Seiten gibt das kleine Heft den Lehrerinnen und Lehrern eine Handreichung, wie sie den Unterricht abwechslungsreicher und bewegter gestalten können. Spaß und Auflockerung im Klassenraum sollen dabei ebenso wenig zu kurz kommen wie die Konzentration oder die Entspannung. Die Übungen dauern jeweils nur ein paar Minuten, sind einfach zu erklären und lassen sich wie selbstverständlich in den Unterricht einbauen. Sie tragen Titel wie „Auf der Stelle marschieren“, „verwirrter Lehrer“ und „Stehaufmännchen“, laden zum „Balancieren im Sitzen“ ein, bieten „Tiefenatmung“ oder eine „Körperreise“ an. Die Bezeichnungen machen deutlich, dass die Übungen zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden können. Sie dienen der Aktivierung vor dem Lernprozess, ermöglichen Bewegung beim Lernen, fördern die Konzentration und sorgen am Ende auch für eine Entspannungsphase.

Beate Odenthal, die die Broschüre zusammengestellt hat, erläutert den pädagogischen Hintergrund: „Bewegungszeit im Unterricht ist keine verlorene Zeit. Bei nachlassender Konzentration, Unruhe und Unlust können Bewegungs- und Entspannungsphasen den Unterricht neu beleben.“ Wichtig dabei ist, dass auf Bewegungs- auch Entspannungsphasen folgen. Bei den meisten Übungen ist es ganz wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht sprechen. Mangelnde mündliche Beteiligung – auch dafür hätte es früher eine Ermahnung gegeben.

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