Mit den Füßen stampfen erwünscht

Stepptanz-Workshop mit Tarik Winston in der Förderschule an der Bergmannsglückstraße in Gelsenkirchen-Hassel. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool
Stepptanz-Workshop mit Tarik Winston in der Förderschule an der Bergmannsglückstraße in Gelsenkirchen-Hassel. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool
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Drei rechts, eins links und fallen lassen. Hört sich nach stricken an, ist es aber nicht. Vielmehr sind dies die ersten Schritte für den Stepptanz, den Schüler der Förderschule an der Bergmannsglückstraße in Hassel, machten. Stepptanz, das ist so etwas wie kräftig auf der Stelle treten. Und wenn das kontrolliert und im Rhythmus der Musik geschieht, dann ist das eine durchaus hörens- und sehenswerte Sache. Und wenn dies Schüler, die mit sozial- und Verhaltensauffälligkeiten tun, dann haben sie gelernt, dass das Stampfen auf dem Boden nicht nur Wut und Trotz bedeutet sondern auch ein Ausdruck der eigenen Kreativität ist.

Drei Tage lang übten die Fünf und Sechstklässler, bevor sie gestern auf der Bühne in der Aula ihren Mitschülern das Gelernte präsentierten. Es geht laut zu. Der Klang der Stepptanzschritte dröhnt in der Aula. Die Schüler müssen bei den Proben schreien, um sich Gehör zu verschaffen. Doch alles fügt sich sich nach und nach zu einem gemeinsamen Tanz zusammen. Schulter an Schulter stehen sie auf der Bühne. In der Mitte gibt Tarik Winston den Schritt und den Takt vor. Der US-Amerikaner ist ein Könner seines Fachs. Der 37-jährige US-Amerikaner hat sich schon früh an den Broadway getanzt und war Mitglied und auch Choreograph der legendären Stepptanzformation „Riverdance“ Mit einer Engelsruhe gibt er immer wieder den Takt vor, motiviert und erteilt Anweisungen, bis die 12 und 14-Jährigen nicht mehr aus der Reihe tanzen. Und so ganz nebenbei haben die Schüler eine gesunde Portion Selbstbewusstsein aus dem Projekt, das von Monika und Kira Schmidt (Schalthaus Bergmannsglück) initiiert wurde, für ihren weiteren Lebensweg mitbekommen.

Schulleiter Andres Menzel (47) weiß die Projektarbeit zu schätzen. Seit einigen Jahren engagiert sich das „Schalthaus Bergmannglück“ in der Schule. Zuletzt gab es einen Breakdance-Workshop. Menzel: „Die Projekte fördern die soziale Entwicklung der Schüler und wir merken dies auch im Alltag.“ Diese Kreativangebote seien ein Baustein auf dem Weg der Schüler in die „Normalität“. Nicht zuletzt deswegen planen Monika und Kira Schmidt vom Schalthaus weitere Projekte für das kommende Jahr.

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