Markthalle: Zurück in die Zukunft

Christiane Rautenberg
Weniger Veranstaltungen, hochwertige Gastronomie: So sieht das künftige Konzept für die Markthalle Buer aus. Rechts: Ex-Berater Rüdiger Müller.
Weniger Veranstaltungen, hochwertige Gastronomie: So sieht das künftige Konzept für die Markthalle Buer aus. Rechts: Ex-Berater Rüdiger Müller.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer. Zurück in die Zukunft: So könnte die Eigentümergesellschaft Intecta den Richtungswechsel in Sachen Management der Markthalle Buer betiteln. Nach 15 Monaten hat sie sich von ihrem Berater Rüdiger Müller getrennt, der dem kränkelnden Gastronomie- und Eventtempel mit einer Neuausrichtung zu überregionaler Strahlkraft verhelfen wollte. Künftig führt Gesellschafter Hermann-Josef Weiser (wieder) allein die Markthalle. Sein Konzept: Rückbesinnung auf den Schwerpunkt Gastronomie – Veranstaltungen sollen nur noch vereinzelt angeboten werden.

„Wir hatten unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Markthalle zu beleben ist“, begründet Gesellschafter Michael Becker die Auflösung des Vertrags von Müller. Müller – „Vater“ der einstigen Bochumer Kult-Diskothek „Tarm Center“ – hatte regelmäßige Musik- und Tanz-Veranstaltungen anbieten wollen, um „das Niveau zu heben“, wie er sagte, und so mehr Besucher in die 1999 eröffnete Halle zu locken; da hochwertiger Einzelhandel dort nicht mehr funktioniere, sei dieser Weg unter seinem Management „die letzte Chance“ für die Markthalle“. Im WAZ-Gespräch hatte er sich kritisch über die Gäste der Shisha-Bar geäußert, sie in Zusammenhang gebracht mit Streitereien und Vandalismus und eine Auslösung des Pachtvertrags befürwortet.

Pressemitteilung nicht abgestimmt

Mit der Intecta abgestimmt habe Müller diese Neupositionierung nicht, betont Becker. „Er hat sich mehr in Richtung Veranstaltungen orientiert als wir erwartet hatten. Aber wir wollen aus der Markthalle keine Großdisko machen. In Zukunft sollen Veranstaltungen nur noch angeboten werden, wenn alle Mieter davon profitieren.“

Nachdem Müller diverse Bildschirme für (Eigen-)Werbung der Gastronomie-Pächter in der Halle platziert hatte, setzt Geschäftsführer Weiser eher auf das Prinzip Tiefstapeln. „Wir machen keine großen Versprechen, sondern wollen unsere Gäste im Umkreis von 30 km mit hochwertiger Gastronomie und vereinzelten Veranstaltungen in niveauvollem Ambiente überzeugen“, sagt Weiser. Von einer Aufkündigung des Pachtvertrags mit der Shisha-Bar könne keine Rede sein. „Vielleicht regelt sich das ja über das Nichtrauchergesetz ab Mai selbst.“

Das Rauchverbot dürfte nicht die einzige Neuerung bleiben: Mit Müllers Weggang verabschiedet sich auch seine Frau Kerstin mit ihrem „Buer-Carree“ aus der Halle. „Für diese kleineren Einheiten haben wir bereits Anfragen erhalten, die wir gerade sichten. Wichtig ist, dass neue Pächter in das Gesamtkonzept passen und ihren Betrieb auch tagsüber öffnen“, so Becker.