Männergesangsverein Frohsinn will neue Wege gehen

Foto: Oliver Mengedoht

Frohsinn heißt er, der Männergesangverein (MGV) Gelsenkirchen – und das soll auch weiterhin Programm sein, Nachwuchsprobleme hin oder her. „Wenn wir als Chor weiterhin bestehen wollen, müssen wir neue Wege gehen. Das heißt: Wir möchten weiterhin gut, müssen aber nicht mehr ausgezeichnet singen. Und wir wollen Kinder und Jugendliche fördern“, umschreibt Günther Gappa, 2. Vorsitzender, die Marschrichtung.

So lange ist es gar nicht her, dass der MGV den Titel „Meisterchor“ des Deutschen Chorverbandes trug: 1964 errang er erstmals diesen Grundstein für eine besondere Motivation, das letzte Mal war es 2008, weshalb er die Auszeichnung bis 2013 offiziell tragen durfte.

Der singende Nachwuchs fehlt

Mittlerweile zählt der Verein noch 29 aktive Sänger zwischen 45 und 85 Jahren, für die es Ehrensache ist, mit ihrer Liebe zum Chorgesang zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in der Stadt beizutragen. Allein: „Wir werden immer weniger. Jetzt brauchen wir auch noch einen Nachfolger für unseren Chorleiter Michael Hartel, der Mitte 2017 geht“, so 1. Vorsitzender Gregor Sauer. Nun will der MGV aus der Not eine Tugend machen und einen künstlerischen Leiter suchen, der engagierte Chorprojekte von Kindern und Jugendlichen entweder selbst leitet oder gut kennt. „Diesen möchten wir unsere finanzielle Hilfe anbieten, um die Projekte überhaupt umzusetzen. Wir stellen aber auch gerne einen Probenraum zur Verfügung“, sagt Sauer. Die Hoffnung: Dass über den Kontakt zu Jugendlichen das Interesse für Männergesang geweckt wird und so eine nachfolgende MGV-Generation heranwächst. Dieses Konzept ging bereits Ende der 1980-er auf, als der MGV einen Jugendchor unter Leitung von Wolfgang Wilger initiierte, der dann später zum Teil im Jungen Chor Beckhausen aufging.

Offen für neue Wege ist der Männergesangsverein Frohsinn übrigens auch in Sachen Probentermine: „Bislang treffen wir uns immer freitags um 19.30 Uhr in der Vorburg von Schloss Horst. Möglich ist aber auch ein anderer Wochentag, wenn das dem neuen Chorleiter besser passt.“

 
 

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