Leeres Ladenlokal wird zur Galerie

Zeigen Eindrücke aus Italien in Horst – für einen wohltätigen Zweck (v.r.): Hilli und Peter Zenker aus Berlin, Michael Gehling aus Hattingen sowie Thomas Klingberg aus Buer.
Zeigen Eindrücke aus Italien in Horst – für einen wohltätigen Zweck (v.r.): Hilli und Peter Zenker aus Berlin, Michael Gehling aus Hattingen sowie Thomas Klingberg aus Buer.
Foto: WAZ FotoPool
Samstags um 14 Uhr ist für gewöhnlich so viel nicht los auf der Essener Straße in Horst. Doch dieses Mal ist das anders. Vor dem Ladenlokal mit der Nummer 30 warten Neugierige, um eine Ausstellung mit Italien-Fotos zu sehen, die ein leer stehendes Ladenlokal beleben soll.

Gelsenkirchen-Horst..  Samstags um 14 Uhr ist für gewöhnlich so viel nicht los auf der Essener Straße in Horst. Doch dieses Mal ist das etwas anders. Vor dem Ladenlokal mit der Nummer 30 steht ein Tisch, daneben zwei Bänke. Dort sitzen Menschen, neugierige Gäste, die gekommen sind um zu sehen, was vier Fotografen zeigen, wie sie als Dokumentaristen gesellschaftlichen Lebens ein leeres Ladenlokal mit Kunst füllen. „Frauen, Männer, Kinder, Asphalt“ ist der treffende Titel der Bilderschau.

„Unser Hauptanliegen ist, auf den Leerstand aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass es Immobilienbesitzer gibt, die solche Ausstellungen möglich machen“, erklärt der Initiator Thomas Klingberg aus Buer. Er ist einer der vier professionellen Dokumentarfotografen, die hier ihre Impressionen aus der Ferne zeigen, ihren Blick auf den italienischen Alltag.

Momentaufnahmen aus Italien

Es sind scheinbar Momentaufnahmen, die Leben auf Papier bannen. Hier ist eine Katze auf der Fensterbank sitzend zu sehen, fotografiert von Michael Gehling aus Hattingen. Dort hängt ein Bild vom italienischen Gemüsehändler, der gerade seine Auberginen sortiert, festgehalten von Peter Zenker aus Berlin. Da sticht der wartende Gondoliere ins Auge, gesehen von Hilli Zenker. Und ganz rechts zieht eine ältere Dame beim Friseur die Aufmerksamkeit auf sich – auch einst die von Thomas Klingberg.

BBG-Stadtverordneter „Reinhold Adam hat uns her geholt“, erklät Klingberg, warum die Fotos in Horst zu sehen sind. „Es ist Zufall, dass die Premiere hier stattfindet. Aber die Familie Buchholz hat uns ihre Immobilie zur Verfügung gestellt. Demnächst wollen wir auch in anderen Leerständen Ausstellungen machen, dann mit anderen Fotografen und Themen.“

Horst beleben

Die Horster Herzen dürften auf jeden Fall höher schlagen. „Das ist klasse“, meint etwa Annegret Reichmann, die zu den ersten Besuchern gehört. „Ich kenne die Konditorei Buchholz noch aus Kindertagen – deswegen musste ich einfach kommen. Wenn ich sehe, dass hier Kunst gezeigt wird, öffnet sich mein Herz“, so die freischaffende Künstlerin, die in Horst aufwuchs. „Ich war gleich in zweierlei Hinsicht neugierig: Natürlich auf die Kunst. Aber auch aus Lokalpatriotismus. Ich wollte einfach sehen, was hier passiert.“ Ihre Begeisterung ist groß. „Die Essener Straße ist eine Fußgängerzone – das ist toll. Ich wünsche mir hier mehr Leben. Und diese Ausstellung ist ein guter Weg dahin.“

 
 

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