Kreisverkehr in Beckhausen bleibt ohne Lichterglanz

Bezirksbürgermeister Joachim Gill (li.) und Gartenbaumeister Wolfgang Buhle wundern sich, dass es keinen Strom gibt für den Baum im Kreisverkehr.
Bezirksbürgermeister Joachim Gill (li.) und Gartenbaumeister Wolfgang Buhle wundern sich, dass es keinen Strom gibt für den Baum im Kreisverkehr.
Foto: Thomas Schmidtke
  • Seit vielen Jahren sorgt Wolfgang Buhle für den leuchtenden Baumschmuck im Kreisverkehr
  • Doch an der Kreuzung Braukämper-/Rungenberg-/Kampstraße wurde der Strom abgeklemmt
  • Bundesnetzagentur soll regulatorische Gründe für diesen Schritt vorgebracht haben

Gelsenkirchen-Beckhausen..  Wenn der Advent naht, wenn überall die Weihnachtsmärkte schon eröffnet sind, dann wird es höchste Zeit, auch die elektrischen Lichter auf der Tanne mitten im Kreisverkehr Braukämperstraße/Rungenbergstraße/Kampstraße einzuschalten. Wer in diesen Tagen am späten Nachmittag oder in der Nacht diese Kreuzung befährt, wird feststellen: Der Baum ist unbeleuchtet und bleibt es auch. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten.

Als Wolfgang Buhle vor einigen Wochen wieder anrückte, um „seinen“ Kreisverkehr wie in den vielen Jahren zuvor für die Weihnachtszeit herauszuputzen, musste er feststellen: Die Stromleitung, die vom Verteilerkasten zum Baum in der Platzmitte führt, ist tot. Und blieb auch tot, nachdem der Garten- und Landschaftsbaumeister an verschiedenen Stellen nach dem Grund forschte.

Der Bau einer eigenen Leitung würde rund 5000 Euro kosten

„Es heißt, dass die Bundesnetzagentur das verboten hat“, wundert sich Bezirksbürgermeister Joachim Gill (SPD), „aus regulatorischen Gründen.“ Einen Abzweig vom öffentlichen Stromnetz zu einem privaten Zweck zu nutzen, sei in dieser Form nicht mehr möglich, musste Gill verstört zur Kenntnis nehmen, der mit der Illuminierung des Kreisverkehrs eine langjährige Tradition seines Vorgängers Heinz Dieter Albert übernommen und regelmäßig zum symbolischen Einschalten der Baumbeleuchtung im Beisein von Bürgern aus Beckhausen und dem Schaffrath eingeladen hatte.

Die Anbindung an das Stromnetz der ELE hatte auch einen praktischen Vorteil: Gekoppelt an die Straßenbeleuchtung, schaltete sich das Licht automatisch ein, wenn auch die Straßenlaternen zu leuchten begannen. „Wie soll das denn gehen, auf eigene Kosten eine eigene Leitung zum Kreisverkehr zu verlegen?“, fragt sich verwundert Bezirksbürgermeister Joachim Gill, „das kostet rund 5000 Euro.“ Eine Summe, die von der privaten Initiative nicht gestemmt werden kann.

Nachfrage bei der Bundesnetzagentur in Bonn

Eine Nachfrage bei der in Bonn ansässigen Bundesnetzagentur ergab bislang wenig Erhellendes. Die Behörde achtet auf die Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbs auf Märkten, die bislang nur von einem oder wenigen Betreibern beherrscht wurden. Dazu zählen die Netze der Energieversorger, der Eisenbahn sowie der Post- und Telekommunikationsunternehmen. Und ausgerechnet diese obere Bundesbehörde sperrt sich gegen das Advents- und Weihnachtslicht im Beckhausener Kreisverkehr?

Deren Sprecher Michael Reifenberg: „Die Bundesnetzagentur verbietet die Beleuchtung eines Weihnachtsbaumes in der Öffentlichkeit sicherlich nicht.“ Nicht ausschließen will er allerdings, dass der aktuelle Strom-Stopp in einer Änderung des Vertragsverhältnisses mit dem örtlichen Energieversorger begründet sei. Das sei dann eine zivilrechtliche Angelegenheit, auf die die Bundesnetzagentur keinen Einfluss habe.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen