Kleine Darsteller bringen große Leistungen auf die Bühne

Zahlreiche bunte, junge und dynamische Nummern lieferte der Amusicals  Nachwuchs.
Zahlreiche bunte, junge und dynamische Nummern lieferte der Amusicals Nachwuchs.
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Die 15. Musicalgala in der Aula der Gerhart-Hauptmann-Realschule von „Amusicals“ machte am Wochenende deutlich, dass man sich um den Nachwuchs in Gelsenkirchen-Erle keine Sorgen machen muss – eine wunderbare Gemeinschaftsleistung

Eine Stimme aus dem Off führt ein in die Zeit des Wirtschaftswunders und in das Leben des kleinen Matthias, dessen Idol und imaginäre Vaterfigur Helmut Rahn ist. Der leibliche Vater des Jungen ist noch in Kriegsgefangenschaft.

Dann hebt sich zum ersten Mal der Vorhang in der Aula der Gerhart-Hauptmann-Realschule. Die Musicalgala von „Amusicals“ beginnt mit dem Opening aus dem „Wunder von Bern“.

Wünsche, Träume, Hoffnungen

Die Akteure besingen ihre Wünsche, Träume, Hoffnungen. Der erste Held des Abends steht jetzt schon fest: Der kleine Luis Kukulies singt und spielt den „Matthias“ authentisch, berührend und charmant. Er prägt die ersten Stücke der Show, allesamt aus dem neuen deutschen Fußball-Musical.

Es ist ein ernsthafter Auftakt, bei dem die Zuschauer berührt sind, mitfühlen mit dem Jungen, dessen Vater im Verlauf zurück kommt aus der Gefangenschaft und doch ein Fremder bleibt in der eigenen Familie. „Wo steh’n wir“ ist die musikalische Frage nach Grundsätzen, der richtigen Einstellung, hochemotional dargeboten von den Sängern. In „Immer nur gehorchen“ liefert das Ensemble politische Denkanstöße. Das sei ihnen wichtig gewesen, hatte Michael Bednarek, einer der Initiatoren, vor der Show gesagt. „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Rassismus.“ Der Block endet mit „Wir werden beide groß sein“, dem Song, in dem Vater und Sohn endlich zueinander finden. Die Gäste sind begeistert. Für diesen ungewöhnlichen Beginn ernten die Darsteller jubelnden Applaus.

Tolle Choreografie

Vor allem der junge Nachwuchs hat in der 15. Gala von „Amusicals“ viel Raum bekommen. Die „Amusicals Teens“ und der Schulprojektchor liefern etwa bei „Hard Knock Life“ aus dem Musical „Annie“ eine bunte, junge und dynamische Nummer zu diesem Superhit. Dazu gibt es eine tolle Choreografie zu sehen, die zum Teil ein Baugerüst mit einbezieht – eine wunderbare Gemeinschaftsleistung und die Gewissheit, dass das Ensemble in Sachen Nachwuchs aus dem Vollen schöpfen kann.

Die längeren Umbaupausen liefern Gelegenheit, zurück zu blicken. Vor 15 Jahren begann die Geschichte von „Amusicals“ schon damals mit dem Ziel, mit der Show Gelder zu sammeln für den guten Zweck. Mittlerweile kamen 177 889,06 Euro zusammen. „Wir sind sehr froh, dass das so lange und so gut geklappt hat“, sagt Herbert Fox von „Amusicals“. Dass man für so viel ehrenamtliches Engagement vor einigen Jahren das Bundesverdienstkreuz erhielt, ist da fast schon zweitrangig. Wichtiger ist, das Ensemble finanziert zwei eigene Hilfsprojekte in Kenia und Thailand, vermittelte zudem im letzten Jahr 60 Kinder aus Myanmar in eine private Patenschaft.

Esel heimst Sympathien ein

Humorvoll geht die Gala weiter: „Forever“ aus dem Musical „Shrek“ steht auf dem Programm. Der Esel, in dessen Rolle Linda Bäcker geschlüpft ist, heimst die Sympathien der Gäste ein, die sich vor Lachen die Bäuche halten. Dann entwickelt sich eine groovige Up tempo-Nummer mit einer herausragenden Solistin. Marei Werner überzeugt als „Fiona“ mit einer beeindruckenden Soulstimme. Der Esel entgegnet nicht weniger beeindruckend mit überraschend sonorer Stimme und viel schauspielerischem Talent. Einmal mehr hat sich die harte Arbeit eines ganzen Probenjahres ausgezahlt.

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