Keine Jagd auf Kanadagänse

Kanadagänse sind immer häufiger in den Grünanlagen anzutreffen. Eine gezielte Jagd findet dort nicht statt, bestätigen Stadt, Gelsendienste und Jäger.
Kanadagänse sind immer häufiger in den Grünanlagen anzutreffen. Eine gezielte Jagd findet dort nicht statt, bestätigen Stadt, Gelsendienste und Jäger.
Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Buer..  Beim Spazierengehen mit dem Hund rund um Schloss Berge ist es Isabella Krause aufgefallen: Die Kanadagänse sind nicht mehr da. Eine Beobachtung, die auch von anderen Spaziergängern bestätigt worden sei. Schnell machte sich die Vermutung breit, dass das in dieser Region nicht beheimatete Federvieh gezielt gejagt würde. Doch das ist in Gelsenkirchen - zumindest in Grünanlagen - offenbar nicht der Fall.

Grünanlagen seien so genannte befriedete Bezirke, in denen eine Jagd nicht zulässig sei, erhielt Isabella Krause zur Antwort, nachdem sie die Stadtverwaltung angeschrieben hatte. Zu diesen Bezirken zählen Friedhöfe, Sportanlagen und eben auch öffentliche Parks. Zwar liege eine Ausnahmegenehmigung für die Parkanlage Schloss Berge vor, doch die erlaube nur die Jagd auf Schadwild. Dazu zählen Kaninchen, Tauben, Krähen und in einigen Fällen auch Füchse. Auch Stadtsprecher Oliver Schäfer bestätigt: „Eine Jagd auf Gänse findet dort nicht statt.“ Dass sich die großen Vögel seit einiger Zeit auf den Wiesen breit machen, mit anderen Tieren um das Nahrungsangebot konkurrieren und Rasen und Wege verkoten, sei zwar ärgerlich, aber für die für die Grünpflege zuständigen Gelsendienste kein Grund dafür, eine gezielte Bejagung zu fordern, ergänzt Unternehmenssprecherin Stefanie Genthe. Auch Stefan Lacher, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, kann nicht bestätigen, dass sich sich die Gänse-Population dezimiert habe - obwohl die Jagd außerhalb befriedeter Bezirke noch bis Ende Januar erlaubt ist: „Wir machen das in Resse, Scholven, Hassel und Sutum.“ Und schränkt ein: „So weit man der Gänse im Freien habhaft werden kann.“ Die Jagd sieht er als geeignetes Mittel an, ein Vergrämen oder Verscheuchen würde das Problem nur in andere Bereiche verlagern und zu einem Gewöhnungseffekt führen, ein Vergiften oder Vergasen, wie es in anderen Ländern praktiziert werde, lehnt er strikt ab. Gleichwohl weiß er: „Die Jagd in der Stadt ist ein heikles, ein emotionales Thema.“

 
 

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