Keine Gefahr für Radler auf der Hugo-Trasse

Auf der Hugo-Trasse wurden giftige Cyanide entdeckt. Die Gefahr ist inzwischen gebannt.
Auf der Hugo-Trasse wurden giftige Cyanide entdeckt. Die Gefahr ist inzwischen gebannt.
Foto: Funke Foto Services
Auf dem jetzt geplanten letzten Stück der Hugo-Trasse wurden Cyanide im Erdreich entdeckt. Erde wurde angekippt, der Boden versiegelt. Ein Gutachten des Hygieneinstintuts Ruhrgebiet wurde erstellt.

„Was ist mit den im Boden befindlichen Altlasten auf dem jetzt zu erschließenden Sutumer Stück der Hugo-Trasse?“, fragt unser Leser Stefan Lacher. Er habe vor Jahren beobachtet, dass überwiegend spät abends und nachts in dem Bereich Erdreich zur Seite geschoben und Lkw-weise Material abgekippt und anschließend wieder mit Erdreich überdeckt wurde.

„Lange Zeit und bei entsprechender Witterung teilweise noch heute riecht es dort wie nach verbranntem Gummi“, sagt er. Dort, wo die Grasnarbe etwas entfernt worden sei, käme grün-grau-blau schimmerndes Material zum Vorschein. „Wenn jetzt dort ein Rad- und Spazierweg gebaut wird, Spaziergänger im Sommer von den dort reichlich wachsenden Brombeeren naschen, Kinder mal am Wegesrand mit ihren Händen etwas anfassen und Spaziergängerhunde mal aus Wasserpfützen saufen, ist das dann alles unbedenklich?“, möchte er wissen.

Die Antworten auf die Fragen sind nicht eindeutig. RVR-Sprecherin Barbara Klask würde auf Halden und ehemaligen Industriebrachen grundsätzlich keine Brombeeren essen. Stadtsprecher Martin Schulmann hingegen hält den Verzehr der Früchte für eher unbedenklich, solange „man diese nicht tonnenweise isst“. Ansonsten geben RVR und Stadt unisono Entwarnung.

Bodenproben entnommen

Ein Gutachten des Hygieneinstintuts Ruhrgebiet habe ergeben, dass vom geplanten Radweg keine Gefahren ausgehen. Dass sich auf dem Gelände zwischen dem Schalke-Friedhof und den Sutumer Brücken, wo der RVR die Hugo-Trasse noch in diesem Jahr bis zum Kanal bauen will, Altlasten befinden, ist bekannt.

Wie Stadtsprecher Schulmann erläuterte, habe man Cyanide im Erdreich entdeckt. Es gebe allerdings keine Unterlagen, wie, wann und warum die Blausäureverbindungen auf die Trasse gekommen sind. „Wir gehen davon aus, dass defekte Fahrzeuge die giftigen Substanzen verloren haben“, sagt Schulmann. Es könnten Abfallprodukte der Kokerei gewesen sein, die von Hugo zum Kanal transportiert wurden. Denkbar sei aber auch, dass die Bahn im Krieg angegriffen wurde.

Nach einer Bodenbeprobung sei die oberflächennahe Erde ausgetauscht worden, sagt Barbara Klask. Zudem sei weitere Erde aufgeschüttet worden. „Wir haben die Genehmigung bekommen, die Trasse zu bauen“. Denn sicher sei auch, dass die Altlasten keine Gefahr für das Grundwasser darstellen. Und der Radweg selbst birgt auch keine Gefahren: Mit seiner Asphaltdecke versiegelt er den Boden.

 
 

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