Kein Welpe unterm Weihnachtsbaum

Nein, Boxerwelpe Harry ist kein Präsentchen. Der Vierbeiner posierte nur kurz für unseren Fotografen unter dem Weihnachtsbaum.
Nein, Boxerwelpe Harry ist kein Präsentchen. Der Vierbeiner posierte nur kurz für unseren Fotografen unter dem Weihnachtsbaum.
Foto: WAZ FotoPool
Der Tierschutzverein rät dringend von Spontankäufen von Tieren ab. Tiere sind wunderbare Lebensgefährten, aber vor der Anschaffung sollte sich jeder über die Bedürfnisse Gedanken der Vierbeiner machen. Ein paar Tipps

Eltern kennen das Problem: Auf unzähligen Wunschzetteln ihres Nachwuchses stehen das süße Kaninchen, der treue Hund, die Kuschelkatze ganz oben. Doch Vorsicht: Tiere sind wunderbare Lebensgefährten, aber vor der Anschaffung sollte sich jeder über die Bedürfnisse Gedanken der Vierbeiner machen. „Ein Tier ist ein Lebewesen“, sagt Jasmin Lindner, Mitarbeiterin in der Verwaltung des Erler Tierheims. Mit dem Kauf übe

rnimmt jeder eine Verantwortung, die Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, dauert. Denn Kleinvieh mach auch Mist und kostet. Ein paar Grundsatzüberlegungen von Jasmin Lindner.

1 Der Hund. Eine Typ-Beratung ist wichtig. Welcher Hund passt zu mir und meiner Familie? Auf dem Markt gibt es günstige Taschenbücher, die über rassespezifische Charakteristika informieren. Dazu gehört auch, sich zu erkundigen, welche Modehunde zurzeit völlig überzüchtet und dadurch krankheitsanfällig sind.

2 Die Katze. Zunächst sollte überlegt werden, ob die Katze Freigang bekommen kann oder ein reiner Stubenkater werden soll. Lindner empfiehlt Katzen paarweise aufzunehmen. In der Gemeinschaft befassen sich die Tiere miteinander, langweilen sich

nicht so schnell. Das Europäische Kurzhaar, der etwas noblere Ausdruck für die gemeine deutsche Mischlingskatze, ist die beliebteste Hauskatze. Bei den grazilen Siamkatzen sollte man wissen, dass sie sehr gesprächig sind und teilweise regelrecht schreien. Das könnte zu Ärger mit den Nachbarn führen.

3 Kaninchen und Meerschwein. Die Tiere dürfen niemals alleine gehalten werden. Sie sollten – um den Zoo überschaubar zu halten – kastriert werden. Alleine heißt in diesem Zusammenhang: Mindestens zwei Hoppler je Rasse. „Die Tiere bilden eine WG, können aber nicht miteinander kommunizieren“, so Lindner.

4 Kosten. Generell gilt: Jedes Tier braucht zunächst die Basics: Körbchen, Spielzeug, Bürste, Leine. Da kommt schnell mehr als nur ein Hunderter zusammen. Außerdem steht ein Tierarzt-Besuch an: Hier belasten Impfungen, Kastration und Chip ganz schnell die Haushaltskasse mit bis zu 200 Euro. Natürlich hat der Neuzugang auch Hunger. Beim Hund rechnet man – je nach Größe – mit durchschnittlich 50 Euro im Monat, bei der Katze mit etwa 40 Euro für Streu, Trocken- und Nassfutter. Ein Kaninchen ist übrigens auch nicht wesentlich günstiger: Schließlich möchte es auch im Winter täglich frisches Gemüse fressen.

5 Zeitaufwand. Bei Katze, Kaninchen & Co fallen die tägliche Reinigung von Katzenklo und Käfig an. Beim Hund das Gassi-Gehen bei Wind und Wetter. Doch damit geben sich die neuen Hausgenossen nicht zufrieden. Sie wollen auch spielen. Sollten Kunststücke lernen, damit „der Kopf beschäftigt ist“, sagt Lindner. Und vor allem die Gefahr gebannt wird, dass Bello oder Kitten die Gardine oder andere lieb gewonnen Einrichtungsgegenstände zerlegen.

6 Urlaub. Bello begleitet seinen Dosenöffner gerne. Das will geplant sein. Allerdings sollte man bedenken: Flugreisen stressen das Tier. Geht es in ferne Länder fühlt sich der Hund sicher in einer Pension wohler. Hier muss man aber sicher Kosten in Höhe von mindestens 10 bis 15 Euro pro Tag einplanen. Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen bleiben lieber daheim. Allerdings sollte man sich frühzeitig – am besten schon vor dem Kauf -- überlegen und abklären, wem man den Schlüssel für die eigenen vier Wände anvertraut.

 
 

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