Kehraus in der Markthalle Buer

Von Christiane Rautenberg
Der „große Wurf“ zur Belebung der Markthalle funktioniert nach Auffassung des neuen Eigentümers, Thomas Bernau, nur ohne Caffé Milano, Mezzomar und Asia-Imbiss.
Der „große Wurf“ zur Belebung der Markthalle funktioniert nach Auffassung des neuen Eigentümers, Thomas Bernau, nur ohne Caffé Milano, Mezzomar und Asia-Imbiss.
Foto: WAZ FotoPool
Die Tage des Caffé Milano und des Mezzomar in der Markthalle Buer, sie sind gezählt – jedenfalls wenn es nach demneuem Besitzer Thomas Bernaugeht. Der Unternehmer hat den Gastronomie-Betreibern gekündigt; die freilich wollen bleiben.

Gelsenkirchen-Buer.  Die Tage des Caffé Milano und des Mezzomar in der Markthalle Buer, sie sind gezählt – jedenfalls wenn es nach dem neuem Besitzer Thomas Bernau geht. Knapp zwei Wochen nach dem Kauf der Markthallen-Eigentümer-Gesellschaft Intecta hat er den Gastronomie-Betreibern nach eigenen Angaben fristlos gekündigt. Diese pochen allerdings auf die Einhaltung der zum Teil noch Jahre laufenden Mietverträge gemäß dem juristischen Grundsatz „Kauf bricht Miete nicht“.

„Erhebliche Pachtrückstände und permanent zu spät geleistete Zahlungen“ gibt Bernau als Grund für die Kündigung an, die er den Gastronomen „schriftlich und nachweislich“ zugestellt habe – was Caffé-Milano-Betreiberin Andrea Möhring und Mezzomar-Geschäftsführer Paolo Tornetta bestreiten. Unpünktliche Zahlungen räumen sie zwar ein, „aber das ist doch kein Grund für eine fristlose Kündigung“, will sich Tornetta juristisch wehren und bis 2019 bzw. bei Verlängerung bis 2029 bleiben.

„Renovierungsstau“

Milano-Chef Holger Meyer – sein Vertrag läuft bis Ende 2016 bzw. bei Verlängerung bis 2021 – verlangt derweil von Bernau, er solle 11 000 Euro für die in Rechnung gestellte Hallenreinigung rückerstatten, die seit Mitte 2012 nicht mehr erfolgt sei. Dies habe zum schlechten Image der Halle und zum Umsatzminus beigetragen, „auch wenn wir unseren Bereich immer sauber halten“, so Möhring.

„Wir haben die Markthalle am Leben gehalten, als immer mehr Gastronomen aufgaben; seit sechs Jahren sind wir in Buer erfolgreich. Das soll auch so bleiben“, betont Tornetta. Einerseits begrüßt er den Verkauf der Immobilie angesichts von „Renovierungsstau“ und „miserablen Rahmenbedingungen“, etwa durch die fehlende Hallenreinigung. Andererseits zeigt er sich „enttäuscht“, aus der WAZ von den Umbauplänen (siehe Infobox) erfahren zu haben.

„Kündigung rechtens“

Bernau wiederum sieht sich ebenfalls im Recht: „Die durchaus harten Pachtverträge sehen bei mehrfach nur um zwei Tage verspäteten Pachteingängen bereits Abmahnungen und dann fristlose Kündigungen vor.“

Es gebe „Top-Interessenten“ für die Halle, „die bereit sind, rund 800 000 Euro in ihre Gastronomie dort zu investieren – aber nicht mit diesen Nachbarn, die einfach nicht ins Konzept passen“, so Bernau. Einer juristischen Auseinandersetzung sieht er gelassen entgegen, auch wenn diese ein Jahr dauere. „Wenn es nicht anders geht, führe ich die Intecta in die Insolvenz, dann sind Sonderkündigungen möglich“, kann sich Bernau die Umsetzung seines „großen Wurfs“ nur ohne Caffé Milano, Mezzomar und Asia-Imbiss vorstellen. Subway („die Firma hat immer pünktlich gezahlt“) zieht Anfang des Jahres zur Breddestraße um.