Johanna Huda aus Buer stellt Debut-Krimi vor

Anna Laura Schnieber
Johanna Huda aus Buer hat ihren ersten Krimi verfasst:  "Der Gast aus La Lumière".
Johanna Huda aus Buer hat ihren ersten Krimi verfasst: "Der Gast aus La Lumière".
Foto: Funke Foto Services
Schöne Landschaften, spannende Charaktere und geschichtliche Hintergründe: Das alles schätzt Autorin Johanna Huda an einem gutem Krimi. Ihr Erlingswerk heißt „Der Gast aus La Lumière“.

Gelsenkirchen-Buer.  „Der Gärtner ist nicht der Mörder“, lacht Johanna Huda (64) und streicht sich eine silbergraue Haarsträhne aus dem Gesicht. Früher mit der Kinesiologie, einem naturheilkundlichen Verfahren mit der Muskulatur, beschäftigt, hat sie sich jetzt dem Schreiben gewidmet.

Johanna Huda sitzt an ihrem Küchentisch in einem kleinen Steinhaus in der Erlestraße. Auf der roten Tischdecke mit weißen Ornamenten liegt schon das Manuskript für ihren zweiten Roman, an den Rändern mit Bleistift hinzugefügte Korrekturen. Daneben „Der Gast aus La Lumière“, ihr gerade erst erschienenes Erstlingswerk.

„Das Buch ist ein Krimi, aber nicht blutrünstig“, erklärt die Autorin. Stattdessen gehe es darin auch um Schlankheitswahn, die Geschäftemacherei der Verdächtigen und auch um politische und geschichtliche Hintergründe. „Meine Täter und Verdächtigen haben teilweise reale Hintergründe“, erzählt sie von ihren Recherchen.

Realistische Gespräche dank der Schauspielerei

Neben politischem und geschichtlichem Interesse fließen auch die gesammelten Schauspielerfahrungen in Hudas Geschichten mit ein. Das Spielen in einer Seniorentheatergruppe hilft ihr, sich realistische Gespräche auszudenken. „Ich kann mich so besser in meine Charaktere hineinversetzen, mir das besser vorstellen“, berichtet sie. Auch das Buchcover stammt aus ihrer Hand als Hobbyfotografin. In ihrer Freizeit kümmert sie sich außerdem um den kleinen Garten hinterm Haus, in dem sie Gewürze und Blumen hält. „Gemüse pflanze ich nicht mehr, da kann man im Sommer nicht wegfahren“, bedauert sie. Die Kräuter jedoch hängen in Bündeln zum Trocknen in der Küche.

Begonnen hat sie den Roman im September 2015 im Urlaub in Südfrankreich, im Juni 2016 hielt sie bereits das Probeexemplar ihres Buches in der Hand. Der Tatort der Geschichte ist in der realen Welt das Urlaubsziel von Huda und ihrem Ehemann - seit inzwischen 19 Jahren. „Irgendwann im Urlaub dort habe ich mich gelangweilt“, erzählt Huda, „da hab ich einfach angefangen, zu schreiben.“ Dafür hat sie sich extra einen neuen Kugelschreiber gekauft, blau-glänzend. „Ich habe den ganzen Roman per Hand geschrieben, ich mag, wenn es fließt“, erinnert sie sich an die Abende im Schreibfluss zurück. Die Geschichte habe sie nicht vorher fertig im Kopf gehabt, sondern aus der ersten Idee weiterentwickelt.

„Die Arbeit geschah mit viel Liebe“

Industriekauffrau, Betriebswirtin, Lehramtsstudium, eine eigene Praxis für Kinesiologie: auch ihr Berufswunsch entwickelte sich mit der Zeit weiter. Spontane Entscheidungen und nebenher erworbene Qualifikationen im Bereich der Kinesiologie führten schlussendlich zur eigenen Praxis. „Das Gesundheitswesen hat mich immer interessiert“, erzählt sie nachdenklich, „aber trotzdem ist das Schreiben besser. Man kann seine Fantasie und eigene Erfahrungen reinbringen und erhält etwas sehr Schönes, das Spaß bringt.“

Gedichte, Briefe und Geschichten

Schon mit 14 Jahren begann Johanna Huda zu schreiben. Zuerst Gedichte und Briefe, später auch Geschichten für ihre Kinder und inzwischen auch Enkelkinder. „Ich hätte mich nie getraut, diese ersten Geschichten an einen Verlag zu schicken“, erklärt sie die späte Erstveröffentlichung. Jetzt sieht es ganz anders aus. „In diesem kleinen Verlag war die Lektorin sehr positiv“, erinnert sich ihr Mann Jan-Herrmann Huda (69). „Die Arbeit geschah mit viel Liebe und Intensität, während die großen Verlage sich auf ein eingeschicktes Skript oft gar nicht zurückmelden.“

Nachdem der zweite Roman veröffentlicht ist, plant Huda erstmal wieder eine Pause. „Dann schreibe ich erstmal wieder für meine Enkel. Die beschweren sich schon, dass ich nur noch Krimis schreibe.“