Jobs contra Denkmalschutz

Foto: Fremdbild

Die beiden großen Parteien in Rat und Bezirksvertretung Nord begrüßen das Vorhaben des Grünflächen- und Immobilien-dienstleisters Haus Vogelsang GmbH aus Datteln, sich auf dem Bergmannsglückgelände in Hassel mit mehreren hundert Jobs niederlassen zu wollen (WAZ berichtete).

Während sich allerdings die SPD in Sachen Denkmalschutz, der der Ansiedlung möglicherweise entgegenstehen könnte, eher abwartend und kompromisssuchend verhält, äußert sich die CDU eindeutig pro Firmenansiedlung.

SPD-Ratsfraktionschef Klaus Haertel plädiert dafür, einen „vernünftigen Kompromiss hinzukriegen“. Haertel: „Es muss eine pragmatische Lösung her, die den Denkmalschutz nicht außen vor lässt.“ Arbeitsplätze und Denkmalschutz, „das muss doch vernünftig übereinander zu kriegen sein“, meint er.

Für CDU-Ratsfraktionsvorsitzenden Werner Wöll „hängt da ein dicker Fisch an der Angel, da sollte man aufpassen, dass er nicht wieder abspringt.“ Sicher solle man „ausloten, was möglich ist“, um beide Ziele zu realisieren. „Aber Priorität haben für uns die Arbeitsplätze“, so Wöll, der das Thema in den Stadtplanungsausschuss bringen will.

CDU-Bezirksfraktionsvorsitzender Andreas Est meint, man müsse Haus Vogelsang „den roten Teppich ausrollen“. Das Vorhaben sei auch städtebaulich eine große Chance für Hassel, eine langjährige Brache zu vermeiden. „Es muss alles getan werden, um das Unternehmen hier anzusiedeln“, so Est, der dafür plädierte, eine Lösung zu finden, die auch dem Denkmalschutz ge-nüge. „Im Zweifel haben aber die Jobs Vorrang,“ Est will einen Sachstandsbericht im Bezirk Nord einfordern.

Bezirksvorsteher Thomas Klasmann (SPD) sieht keine Kontroverse, „da sich von vornherein doch nicht sagen lässt, dass sich beides zusammen ausschließt“. Die Absicht von Haus Vogelsang sei „eine Entwicklung, die Ausblick“ gebe. Andererseits, so Klasmann, gebe es ein berechtigtes Interesse, etwas zu erhalten, was zur Hasseler Geschichte zähle. Für und Wider gelte es abzuwägen. „Man darf sich nicht blenden, und schon gar nicht erpressen lassen, denn der Denkmalschutz ist genauso wichtig wie das Interesse zur Ansiedlung“, so der SPD-Politiker.

 
 

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