Horst: Stadt will Kreuzung entschärfen

Um Bus oder Bahn zu erwischen, hasten einige Fußgänger auch noch bei Rot über die Kreuzung Turfstraße/Essener Straße/Johannastraße in Horst.
Um Bus oder Bahn zu erwischen, hasten einige Fußgänger auch noch bei Rot über die Kreuzung Turfstraße/Essener Straße/Johannastraße in Horst.
Foto: Funke Foto Services
Die Kreuzung Turf-/Essener-/Johannastraße in Horst, sie bleibt eine Unfallhäufungsstelle. Allein in 2014 krachte es dort drei Mal. Nun will die Stadt erneut versuchen, den Verkehrsknotenpunkt zu entschärfen.

Gelsenkirchen-Horst..  Die Kreuzung Turf-/Essener-/Johannastraße in Horst, sie bleibt eine Unfallhäufungsstelle. Allein in 2014 krachte es dort drei Mal: ein Fußgänger wurde schwer, ein anderer leicht verletzt, ebenso ein Radfahrer. Nun unternimmt die Stadt einen neuerlichen Versuch, den Verkehrsknotenpunkt zu entschärfen. Rund 250 000 Euro will sie 2015 in die Hand nehmen, um die Sicherheit besonders für Fußgänger zu erhöhen.

In einem Intervall von 85 Sekunden nacheinander drei Grünphasen unterzubringen – für Fußgänger, Autofahrer sowie Busse und Bahnen: „Das ist schon schwierig genug“, räumt Andrea Herold, Leiterin des Teams Verkehrseinrichtungen im Referat Verkehr, ein. Trotzdem will sie in Gesprächen mit Experten ausloten, ob die Signalschaltungen an dieser stark befahrenen Kreuzung nicht noch optimierbar sind – um gegebenenfalls noch ein paar Sekunden herauszuholen. Darauf hofft jedenfalls auch die Unfallkommission, so Jürgen Kellermann, Abteilungsleiter im Referat Verkehr.

Extrem lange Wartezeiten

Die jetzige Schaltung wurde zwar mehrfach angepasst und optimal eingestellt, basiert aber auf einer Studie aus dem Jahr 2000. „Seitdem hat der Individualverkehr stark zugenommen, auch die Pkw biegen in andere Richtungen ab als erwartet, was zu Rückstaus besonders zwischen den Signalanlagen Turf-/Buerer Straße und Turf-/Johanna-/Essener Straße führt“, so Andrea Herold. Auch griffen die Busse viel häufiger per Grün-Anforderung in die Normalabläufe ein als 2000 noch prognostiziert, so ein Gutachten aus dem Jahr 2013/14.

Das Ergebnis bekommen die Verkehrsteilnehmer täglich zu spüren: Im morgendlichen Berufsverkehr seien die Wartezeiten für Pkw „sehr lang“, abends gar „extrem lang“, so das Gutachten. Und die Fußgänger? Missachten offenbar immer mal wieder das Rot der Ampel, um doch noch in Bus oder Bahn zu springen – so dass es zu Unfällen komme, so der Eindruck der Unfallkommission.

Induktionsschleifen überprüfen

Konkret will die Stadt etwa die Induktionsschleifen in der Fahrbahn überprüfen lassen, „um herauszufinden, ob sie vielleicht zeitverzögert funken“. Auch die Grünstarts der Signalanlagen etwa zwischen Turf-/Buerer Straße und Turf-/Essener/Johannastraße sollen besser aufeinander abgestimmt werden, so ein Vorschlag der Gutachter. Diese regen auch an, „den Grad der Bevorzugung des ÖPNV’s mit den Belangen des normalen Verkehrsablaufs (zu) harmonisieren“. Und: Womöglich ließen sich wertvolle Sekunden sparen, wenn auf der Buerer Straße Bus- und Autoverkehr auf einer Fahrspur zusammengelegt würden.

EURE FAVORITEN