Horst l(i)ebenswerter machen

Zu wenig Platz für Fußgänger bemängeln viele Horster auf der Schmalhorst-/Turfstraße an der Haltestelle Schloß Horst. Foto: Thomas Schmidtke
Zu wenig Platz für Fußgänger bemängeln viele Horster auf der Schmalhorst-/Turfstraße an der Haltestelle Schloß Horst. Foto: Thomas Schmidtke
Foto: WAZ FotoPool
Die Zukunftswerkstatt Horst geht in die nächste Runde: Bei einem Treffen am 24. April wollen die Akteure die Themenfelder Zusammenleben, Verkehr sowie Infrastruktur und Nahversorgung bearbeiten, um den Alltag in Horst zu verbessern.

Horst..  Knapp 20 000 Menschen wohnen in Horst. Aber ob sie dort auch leben? Womöglich noch gerne? Was (vielleicht) nicht ist, soll werden – jedenfalls wenn es nach den Akteuren der Zukunftswerkstatt Horst geht, die sich Anfang Februar gegründet hat. In drei Arbeitsgruppen (AG) packen sie am Dienstag, 24. April, 18.30 Uhr, in der Gesamtschule die Themenfelder Vernetzung und gutes Zusammenleben, Verkehr sowie Infrastruktur und Nahversorgung an. Neugierige Mitgestalter sind ausdrücklich erwünscht.

Den Alltag der Menschen im Stadtteil zu verbessern „zum Wohle lebendiger Nachbarschaft“ – so der Untertitel des Runden Tisches –, haben sich die Initiatoren um Seniorenvertreter und Nachbarschaftsstifter auf die Fahnen geschrieben. Dass dazu für viele auch die Entschärfung gefährlicher Kreuzungen und Fußgängerüberwege zählt, überraschte eingefleischte Horster nicht wirklich.

„Bei der Gründung wurden besonders häufig die Kreuzungen Turf-/Schmalhorst- und Johannastraße sowie Schmalhorststraße/Ecke Haltestelle Schloß Horst genannt. Dort ist der Bürgersteig so schmal, dass es für Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt“, berichtet Nele Grohé von der achtköpfigen Arbeitsgruppe Verkehr. Ziel müsse es sein, die Taktzeiten an der Schnittstelle der Straßenbahnlinien 301 der Bogestra und U 11 der Evag mit den Ampelphasen so abzustimmen, „dass das schwächste Glied in der Kette das Tempo vorgibt“. Wünschenswert sei da die Einbindung von Fachleuten der Westfälischen Hochschule (früher: Fachhochschule GE), etwa um im Rahmen eines Studienprojekts Lösungen für das Problem zu erarbeiten.

Auch die schlechte ÖPNV-Anbindung Horsts in der Nacht sowie des Südfriedhofs will die Arbeitsgruppe erörtern. „Für mobilitätseingeschränkte Friedhofbesucher ist der Weg von der Haltestelle Kranefeldstraße sehr weit“, so Grohé.

Derweil hat die „Arbeitsgruppe Infrastruktur“ „konkrete und fantastische Ideen“ erarbeitet, um Horst buchstäblich l(i)ebenswert zu machen – Stichwort: Fußgängerzone Essener Straße. „Über die schlechte Frequenz und die Leerstände zu lamentieren, bringt uns nicht weiter. Wir müssen Visionen entwickeln, um das gastronomische und kulturelle Angebot zu erweitern und das Erscheinungsbild zu verbessern“, plädiert AG-Mitglied Andrea Weber dafür, auch (auswärtige) Hauseigentümer miteinzubinden.

Den fußläufigen Teil für den Verkehr zu öffnen, hält sie für keine Lösung. „Wir können froh sein, dass wir so ein Potenzial für Treffpunkte haben“, mag sie die Vorschläge für konkrete Aktionen nur andeuten. „Näheres folgt beim Treffen des Runden Tisches am 24. April. Vieles ist machbar, wenn man nur will.“

Die „AG Vernetzung und gute Zusammenarbeit“ hat unterdessen mit der Fleißarbeit begonnen, möglichst alle Vereine und Initiativen in Horst zu erfassen und weiter bekannt zu machen. „So soll eine generationsübergreifende Stadtteilbroschüre etwa für Neubürger entstehen, die vielleicht in eine regelmäßig aktualisierte Internetseite mündet“, erläutert Astrid Hornschuh vom Infocenter Seniorennetz. „Wenn die vielen Freizeitangebote bekannt sind und mehr genutzt werden, reduziert sich hoffentlich auf den Straßen auch die Randale aus Langeweile.“

 
 

EURE FAVORITEN