Horst hat keine Angst vor Ikea

Das Nebenzentrum Horst, hier die Essener Straße, liegt nur gut drei Kilometer entfernt vom zukünftigen Ikea-Haus in Bottrop.
Das Nebenzentrum Horst, hier die Essener Straße, liegt nur gut drei Kilometer entfernt vom zukünftigen Ikea-Haus in Bottrop.
Foto: WAZFotoPool
Der schwedische Möbel-Riese Ikea will seine 51. Filiale voraussichtlich Ende 2018 am Bottroper Stadtrand eröffnen, nur gut drei Kilometer von der Horster Innenstadt entfernt. Bernd Strickling, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, betrachtet die Entwicklung gelassen.

Gelsenkirchen-Horst..  Kaum mehr als drei Kilometer liegen zwischen dem Geschäftszentrum Essener Straße in Horst und dem Gewerbegebiet Kraneburger Feld in Bottrop-Boy. Dort will der das schwedische Unternehmen Ikea voraussichtlich Ende 2018 sein 51. Möbelhaus in Deutschland eröffnen und neben dem Kleiderschrank Pax, dem Regal Billy und dem Klapptisch Ingatorp u.a. auch Geschirr, Besteck, Textilien, Dekorationsartikel und Elektrogeräte anbieten.

Bernd Strickling, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Horst, sieht in dem Ansiedlungserfolg der Nachbarstadt keine unmittelbare Gefahr für das Nebenzentrum Horst: „Das wird für uns keine negativen Effekte haben, aber auch keine positiven“, ist der Kaufmann überzeugt, obwohl zum Angebot des eigenen Hauses auch Betten, Bettwäsche, Gardinen und Heimtextilien gehören. Die eigentliche Konkurrenz für den Einzelhandelsstandort Horst ist am Rande des Bottroper Stadtteils Boy schon seit Jahren aktiv: das Möbelhaus Ostermann direkt auf der anderen Seite der Kreuzung B 224/Horster Straße. Bernd Strickling: „Ostermann bietet eine höhere Qualität an als Ikea und ist deshalb für Horst die eigentliche Konkurrenz.“ Dennoch mache er sich „keine große Sorgen“, weil man in Horst mit persönlicher Bedienung und Beratung langfristig zu punkten versuche.

Ikea stehe für eine eigene Produkt-Welt und spreche mit dem Sortiment junge Leute an, die gezielt „das unmögliche Möbelhaus“ (Eigenwerbung Ikea) ansteuerten. Strickling: „Wer zu Ikea fährt, der fährt auch wieder weg, aber nicht in eine benachbarte Innenstadt“ Damit widerspricht der WG-Vorsitzende dem stellvertretenden IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Schnepper, der mit der Ikea-Entscheidung die Hoffnung verbindet, dass auch die Innenstädte in Bottrop und Kirchhellen davon profitieren könnten.

25 500 Quadratmeter Verkaufsfläche

Nach den jetzt vorgestellten Plänen soll das Bottroper Ikea-Haus über eine Verkaufsfläche von rund 25 500 Quadratmetern verfügen. Es wäre damit doppelt so groß wie die jetzige Filiale in der Essener Innenstadt. Aber auch für dieses Haus hegt Ikea Erweiterungspläne. Nach dem Umzug auf eine benachbarte Krupp-Industriebrache soll es auf 23 000 Quadratmeter Verkaufsfläche anwachsen.

In Bottrop müssen jetzt noch die Details der Planung ausgearbeitet werden. Das Kraneburger Feld befindet sich in unmittelbarer Nähe zur B 224-Kreuzung, die im Zuge des A 52-Ausbaus erweitert und um einen Zubringer ergänzt werden soll, der sich in die Autobahn-Pläne einpassen muss. Zudem müssen noch Belange des Landschaftsschutzes abgestimmt werden.

1,5 Millionen Besucher pro Jahr

Ikea setzt auf 1,5 Millionen Besucher im Jahr. Deshalb fasst es sein Einzugsgebiet über Bottrop, Essen und Gelsenkirchen hinaus bis zur holländischen Grenze. Für Bernd Strickling ist klar: „Das wird zu einer Verkehrsbelastung führen.“ Allerdings zweifelt er daran, dass die damit verbundenen Kundenströme einen Abzweig in Richtung Gelsenkirchen finden werden.

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