Hof Holz akzeptiert einen Vergleich vor Gericht

Angelika Wölke
Vor dem Amtsgericht Buer im Justizzentrum Gelsenkirchen trafen sich gestern ein ehemaliger Berater des Hofes Holz und der Geschäftsführer.
Vor dem Amtsgericht Buer im Justizzentrum Gelsenkirchen trafen sich gestern ein ehemaliger Berater des Hofes Holz und der Geschäftsführer.
Foto: Funke Foto Services
Verfahren vor dem Amtsgericht. Hof muss Berater-Honorar teilweise zahlen. Bereits nächste

Leicht hat es Jens Masuch, der Geschäftsführer des Hofes Holz, in diesen Tagen nicht. Gestern musste er als Beklagter für die Hof-Gesellschaft vor dem Amtsgericht Buer Rede und Antwort stehen. Es ging um ein Honorar in Höhe von 4617,80 Euro, die ein Berater den Gesellschaftern in Rechnung gestellt hatte.

Nach einem Gespräch mit Christian und Markus Holz im August 2014 und einem anschließenden regen E-Mail-Ausstausch mit den beiden Brüdern sollte der Mann die Gesellschafter vier Stunden im Monat kostenlos beraten. Für Arbeitsaufwendungen darüber hinaus sollte jede weitere Stunde mit 130 Euro vergütet werden.

Aufklärung ist prozessuale Pflicht

„Ich weiß von nichts“, versuchte Masuch die Auftragserteilung zunächst abzuwimmeln. Das ließ der Richter nicht gelten. „Auch wenn Sie damals noch kein Geschäftsführer waren: Das ist Ihre prozessuale Pflicht, sich zu informieren und vollständig und wahrheitsgemäß zu äußern“, klärte ihn der Mann in der schwarzen Robe auf.

Die weitere Taktik bestand dann in dem Versuch, Verhandlungen und Absprachen mit Markus Holz für nichtig zu erklären. „Markus Holz hatte keine Funktion, er war lediglich Berater“, erklärte der Holz-Anwalt Schneeweis. „Er ist aber nach außen permanent aufgetreten. Fast alle Mails sind von Markus Holz gekommen“, erwiderte der Anwalt des Beraters, Günter Kossmehl. Und auch der Berater stellte klar: „Ich habe fast nur mit Markus Holz über den Auftrag telefoniert“.

Ratenzahlung möglich

Schließlich erklärte Masuch: „Die Vereinbarung ist getroffen worden“. Allerdings versuchte der Geschäftsführer die in Rechnung gestellten Beträge anzuzweifeln. Die seien nicht, wie vertraglich vereinbart, abgestimmt worden. Zudem sehe man die Arbeit als mangelhaft an.

Der Vorsitzende Richter schlug darauf einen Vergleich vor. „Es besteht keine Vergleichsbereitschaft“, erklärte Masuch. „Dann werden wir jeden Rechnungspunkt aufdröseln müssen. Das ist sehr mühsam. Sehr mühsam auch für Sie zu begründen, was falsch war. Aber das liegt an Ihnen“, erwiderte der Richter. Nach telefonischer Rücksprache mit den Gesellschaftern des Hofes stimmte Masuch doch zu. 2300 Euro zahlt die Hof-Gesellschaft. In fünf Raten.

In der nächsten Woche geht’s vor Gericht weiter. Am Freitag trifft sich die Hofgesellschaft vor dem Landgericht Essen. Dann geht’s um die Kündigung eines ehemaligen Geschäftsführers.