Hasseler Schüler schreiben

Geslenkirchen/Westerholt.  Ein Ruhrgebietsroman, der in sechs Städten von 60 Jugendlichen gemeinsam geschrieben wird, das verbirgt sich hinter dem Projekt „Quer durch die Städte schreiben“. In dieser Woche war Gelsenkirchen an der Reihe. Und der ausgewählte Standort dafür war das Gelände der früheren Zeche Westerholt.

Verfolgt von einem bösen Geist

Im Buch ist dies die zweite Station der jungen Maximiliane, kur Max, die von Witten aus ihre Reise durch das Revier startete. „Die junge Schlagzeugerin erfährt bei einer Geisterbeschwörung, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater ist. Und sie macht sich auf die Suche“, so Sarah Meyer-Dietrich, die Leiterin des Projektes. „Unglücklicherweise wird bei dieser Beschwörung auch der Geist eines Psychopathen geweckt. Der verfolgt Maxi nach Buer und trifft auf der Zeche Westerholt den Geist eines russischen Zwangsarbeiters - über solche Themenstränge arbeiten die Jugendlichen dann die Orte und ihre Geschichte auf.“ Und das sollen immer besondere sein: „Die Städte sind das Thema. Es geht um verborgene, vergessene oder verbotene Orte.“

Das Gelände der zeche Westerholt lernten die zehn Jugendlichen, allesamt Neunklässler der Schule am Eppmannsweg, im Rahmen einer Führung kennen. Mit dabei waren auch die jungen Autoren aus Witten, die im Anschluss ihr erstes Kapitel des Romans vorlasen und damit den Staffelstab weiter gaben. „Deswegen war es für uns hier der erste Schritt, gemeinsam zu überlegen, wie kann die Geschichte weiter gehen.“ Das geschah am vergangenen Samstag. Da wurde das nächste Kapitel gemeinsam entworfen und dann in Szenen aufgeteilt. Denn die Jugendlichen schreiben parallel, allein oder in Zweier-Teams, an dem Buch. Unterstützt werden sie dabei von der Jugendbuchautorin Inge Meyer-Dietrich.

Schreiben im Zweier-Team

Beyza und Ece haben sich zum Schreiben zusammen getan. In ihrer Szene gehen die jugendlichen Protagonisten gerade Döner essen. „Da merkt Max, dass sie sich in einen der Freunde verliebt. Und ein anderer ist voll eifersüchtig. Ein bisschen dramatisch, die Szene“, lacht Beyza, die die Arbeit in der Gruppe genießt.

„Am Anfang war ich skeptisch. Aber jetzt finde ich es toll, zu erleben, wie sich die Texte von so vielen Leuten zusammen fügen. Und mit Ece im Team zu schreiben ist gut, weil wir untereinander die Ideen austauschen - das ist besser, als allein zu schreiben.“ Wobei Beyza auch das oft und gerne tut. „Ich habe gemerkt, dass mir das liegt, als ich in der dritten Klasse war. Es hat mir Spaß gemacht und ich habe meine Rechtschreibung verbessert.“

Seitdem schreibt die junge Dame aus Hassel kurze Geschichten. „Wenn ich Langeweile habe, dann schreibe ich Abenteuergeschichten für meine kleinen Geschwister. Die haben die gern und es fördert meinen Sprachgebrauch.“ Dass nun ein Text von ihr veröffentlicht wird, das findet Beyza aufregend. „Ich bin sehr stolz, wenn ich sehe, dass da mein Name in einem Buch steht.

 
 

EURE FAVORITEN