Hassel verändert sein Gesicht

Peter Marnitz
Der ehemalige Schandfleck an der Polsumer Straße 212 wird einem neuen Pennymarkt weichen.
Der ehemalige Schandfleck an der Polsumer Straße 212 wird einem neuen Pennymarkt weichen.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Hassel.  Es tut sich was in Hassel. Dieses Fazit konnten die Besucher nach einer Bürgerversammlung in der Hauptschule Eppmannsweg ziehen, bei der zwei ganz konkrete und ein noch in der Zukunft liegendes Bauprojekt vorgestellt wurde.

Eingeladen hatte die SPD-Hassel-Nord und deren Sprecher Oswin Dillmann, Ratsmitglied im Stadtplanungsausschuss. Er war es auch, der zumindest mit zwei Projekten, seinen „Herzensangelegenheiten“, schon im September an die Öffentlichkeit getreten war. Eines dieser Vorhaben ist an der nördlichen Polsumer Straße, genauer an der Kreuzung mit der Valentinstraße angesiedelt. Dort, wo noch bis vor kurzem das Haus Polsumer Straße 212 eher als Schandfleck wahrgenommen wurde, soll in naher Zukunft bereits durch die Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters die Versorgungslücke in diesem Bereich geschlossen werden.

Thomas Robbin von der städtischen Planungs-Behörde, der das Projekt vorstellte, äußerste sich für einen Amtsvertreter geradezu enthusiastisch über die Baupläne: „Das wird ganz sicher ein stadtgestalterischer Gewinn“. Konkret heißt das, das an Stelle der Bauruine, die zur Zeit abgerissen wird, ein „ansprechend gestalteter“ Pennymarkt mit einer Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern entstehen soll. Das Hauptgebäude, das hinter einer Parkplatzfläche mit 70 Einstellplätzen entstehen soll, wird noch durch ein der Straße zugewandtes zweites Gebäude ergänzt, in dem ein Imbiss und eine Lotto-Annahmestelle Platz finden sollen. Dafür wird noch ein Nachbarhaus der bisherigen Bauruine fallen. Da bis auf Verkehrsgutachten fast alles planerisch in trockenen Tüchern ist, rechnet der Investor mit einem Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2013.

Noch bei weitem nicht so konkret ist das Vorhaben, an der Bußmannstraße ebenfalls Platz für einen Discounter zu schaffen. Angedacht ist, den Netto-Markt am Eppmannsweg, der an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen ist, an den neuen Standort umzusiedeln. Dafür müssten drei Annington-Wohnhäuser abgerissen werden. Für diese Projekt wurde aber gerade erst das Bebauungs-Plan-Verfahren gestartet.

Von der Planung her fertig ist dagegen schon die Sanierung der Fuß- und Radwege am östliche Teil der Valentinstraße. Zwischen der Stifterstraße und der Marler Straße sollen Anfang 2013 die Bauarbeiten beginnen, um die Radwege neu zu pflastern und die Bürgersteige zu sanieren. Dabei sollen auch zwei Querungshilfen (Fußgängerinseln) eingebaut werden und die beiden Bushaltestellen barrierefrei für Niederflurbusse umgebaut werden. Ob die Anlieger für dieses Vorhaben zur Kasse gebeten werden, ist zur Zeit noch ungeklärt.