Grünflächen für Bergmannsglück

Die Protestplakate waren von der Kita Niefeldstraße vorbereitet.
Die Protestplakate waren von der Kita Niefeldstraße vorbereitet.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Hassel..  Im Mai oder Juni beginnen die Abbrucharbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Bergmannsglück. Darüber haben Vivawest, RAG Montan Immobilien und Stadt am Mittwochabend informiert. Im Rahmen einer Bürgerversammlung im Fördermaschinenhaus stellte Dietrich Schulz, Geschäftsführer Vivawest Dienstleistungen GmbH, die Pläne seines Unternehmens vor.

Mit Ausnahme des denkmalgeschützten Fördermaschinenhauses und des Zechenschalthauses (siehe Infobox) werden alle Gebäude abgetragen. Das schließt Halle 6 ein, für deren Erhalt sich die Bergmannsglücker Vereine stark gemacht hatten, um sich dort niederzulassen. „Eine Nutzung des Gebäudes ist wirtschaftlich nicht möglich. Das betonten Schulz und Volker Duddek von RAG Montan Immobilien einhellig. „Ich verhehle nicht, dass uns die Überlegungen gut gefallen haben“, bekundete Stadtdirektor Michael von der Mühlen, musste seinen Vorrednern aber zustimmen.

Nach dem Abriss soll das Gelände begrünt werden. Die Grünflächen sollen zum einen als Ausstellungsfläche dienen und zum anderen der Ausbildung im gartenpflegerischen Bereich. An Ost- und Südseite sind Schallschutz-Maßnahmen geplant; dort nutzen die Tochtergesellschaften die Fläche als Werkstatt und Lager. Geplant ist darüber hinaus die Unterbringung von Schreinerei und Magazin sowie Stellplätze für Geräte und Maschinen. „95 Prozent unseres Gewerbes finden nicht auf Bergmannsglück statt“, erklärte Schulz.

„In den nächsten fünf Jahren, sehe ich auf dem Gebiet keine neue Bebauung“, sagte Schulz gegenüber der WAZ. Darüber hinaus gebe es noch keine Ideen. Nichtsdestotrotz bezeichnete Stadtdirektor von der Mühlen die Begrünung als Zwischenlösung: „Man weiß ja nie, mit welcher Dynamik sich der Konzern entwickelt.“ Daher werde der Bebauungsplan die gesamte Fläche als Baufläche für nicht-emittierendes Gewerbe ausweisen.

Für die Aufbereitung des Geländes ist die RAG zuständig. An drei Stellen, erklärte Volker Duddek, seien Altlasten entdeckt worden – rund 800 Kubikmeter Boden sind auszutauschen. Durch den Abriss der alten Gebäude entstehen 8.000 Kubikmeter Bauschutt, der teilweise auf dem Gelände wiederverwertet wird. Der Rest wird über Bergmannsglückstraße und die A 52 abtransportiert. Die Verantwortlichen rechnen mit 500 Lkw-Fuhren in neun Monaten, wobei sich der größte Teil des Abtransports auf wenige Wochen konzentriert.

Für angrenzende Gebäude plant die RAG ein Beweissicherungsverfahren und bei Bedarf Erschütterungsmessungen. „Wir gehen nicht von Schäden durch die Abrissarbeiten auf, wollen aber auf der sicheren Seite sein“, so Duddek.

 
 

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