Gelsenkirchen im Fahrradklima-Test

Peter Bruckmann und Klaus-Dieter Lenz (re.) vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) rufen dazu auf, Gelsenkirchens Fahrradklima zu bewerten.
Peter Bruckmann und Klaus-Dieter Lenz (re.) vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) rufen dazu auf, Gelsenkirchens Fahrradklima zu bewerten.
Foto: WAZ FotoPool
Wie fahhradfreundlich ist Gelsenkirchen? 27 Fragen aus dem Fahrradklima-Test des ADFC geben darüber AUskunft. Die Antworten dazu fließen ein in einen bundesweiten Vergleichstest, zu dem der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub aufruft.

Gelsenkirchen-Buer.  Wie fahrradfreundlich ist Gelsenkirchen? Auch wenn Peter Bruckmann, Vorsitzender des örtlichen Allgemeinden Deutschen Fahrradclubs (ADFC), und sein Stellvertreter Klaus-Dieter Lenz diese Frage aus leidvoller Erfahrung leicht selbst beantworten könnten, rufen sie Radfahrer und Autofahrer, Vereinsmitglieder und Bus-und-Bahn-Nutzer - kurz gesagt: alle Gelsenkirchener - zur Teilnahme am ADFC-Fahrradklima-Test 2014 auf. Aus der Bewertung der Radwege und der Radverkehrsangebote erhoffen sich die beiden Rad-Lobbyisten Hinweise auf besondere Knackpunkte im Radverkehrsnetz, das bislang alles andere als ein geschlossenes System ist.

In zehn Minuten zu beantworten

Der Fragebogen - bis Ende November im Internet abrufbar unter www.fahrradklima-test.de - umfasst 27 Kernfragen. „Die sind in zehn Minuten zu beantworten“, wirbt Lenz für eine möglichst hohe Teilnehmerzahl. Als Stadt mit mehr als 200 000 Einwohnern benötigt Gelsenkirchen mindestens 100 Bewertungen, um in die bundesweite Gesamtbewertung aufgenommen zu werden. Gefragt wird u.a. danach, ob das Radfahren in der Stadt Spaß macht, ob Radwege regelmäßig gereinigt und im Winter auch geräumt werden, ob man sich als Radfahrer sicher fühlt, wie es um die Erreichbarkeit von Stadtzentren und die dortigen Abstellmöglichkeiten bestellt ist.

Auch wenn Gelsenkirchen noch weit entfernt ist vom Siegel „Fahrradfreundliche Stadt“ und im Radwegenetz eine ordentliche Lücke von rund 400 Kilometern klafft, erkennen die beiden ADFC-Vertreter an, dass sich stellenweise etwas zum Positiven geändert hat: an der Emscherstraße in Erle zum Beispiel, an der Bismarckstraße oder an der viel befahrenen Kreuzung der Kurt-Schumacher-Straße mit der Cranger- und der Hölscherstraße mitten in Buer.

Marterstrecke Ortbeckstraße

Im gleichen Atemzug können sie aber Stellen nennen, wo es nach wie vor hakt: auf der Marterstrecke der von Schlaglöchern und Asphaltflicken übersäten und in der Dunkelheit unbeleuchteten Ortbeckstraße oder auf benutzungspflichtigen Radwegen auf Straßen, die von Autofahrern als zusätzliche Verkehrsfläche oder Parkmöglichkeit angesehen werden. Dort tröstet es wenig, dass anderswo mit großem Aufwand ein Radschnellweg geplant wird, der Gelsenkirchen nur im äußersten Süden berührt.

Dass Radfahren in Gelsenkirchen dennoch möglich ist und durchaus Spaß machen kann, stellen Bruckmann und Lenz tagtäglich unter Beweis. Mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht stellt Lenz fest: „Wir kennen die Schleichwege.“

 
 

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