Für die Literaten von Buer

Serie buersche Bürger: Dea Sinik
Serie buersche Bürger: Dea Sinik
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer..  Buer, das ist ihr Pflaster. Hier ist sie zu Hause. Obwohl Dea Sinik auch immer wieder ihren Migrationshintergrund betont. „Ich bin gerade eine buersche Bürgerin. Weil ich hier geboren bin, aber meine Eltern nicht. Ich bin, wie viele heute, multikulturell geprägt. Das ist ja oftmals typisch für Menschen, die im Ruhrgebiet aufwachsen.“

Ein paar Jahre ist es her, da trat die junge Frau mit serbischen Wurzeln an, ihren Lebensraum zu prägen. „Ich hatte die Idee, neben dem Studium etwas Kreatives zu machen“, erzählt sie. „Poesie, das lag mir schon lange am Herzen“, erklärt sie, wie sie zum Poetry Slam kam. „Ich bin dann alleine herum gezogen und habe einen Ort gesucht.“ Mit der Werkstatt an der Hagenstraße wurde sie fündig. Dort fand 2010 die erste ihrer Veranstaltungen statt. „Um diese Zeit kam der Trend in Buer an. Da wurden auf einmal auch andere Veranstaltungen angeboten.“ Auch der Poetry-Slam in der Werkstatt feierte seine Premiere. „Das fing alles als One-Girl-Show an.“ Und es etablierte sich schnell. „Die Poetry Slams haben ihr Publikum gefunden.“

Gedichte und Kurzgeschichten

In sommerlicher Kulisse im Café auf der Hochstraße erzählt Dea Sinik, wie so ein Poetry Slam funktioniert. „Es können Gedichte und Kurzgeschichten vorgetragen werden. Man hat maximal sechs Minuten Zeit. Nach allen Beiträgen entscheidet das Publikum per Urnenwahl, wer gewonnen hat.“ Auf den Sieger wartet dann ein Bild, das von der Werkstatt gestiftet wird.

Die zahlreichen Veranstaltungen, die die 28-Jährige organisierte, verschafften ihr immer neue Bekanntschaften. „Man lernt so viele tolle Leute kennen aus der buerschen Szene. Dabei sind ganz außergewöhnliche Leute, wie ein junger Mann, der eine Ausbildung absolviert bei der Sparkasse, in seiner Freizeit in einer Metalband spielt und schreibt. Das sind so rührende, emotionale Texte, das hätte man von ihm gar nicht erwartet. Damit hat er auch gewonnen, bei dieser Veranstaltung.“

Literaturwettbewerb und Buch

Weil sie so facettenreich sei, will sich Dea Sinik noch mehr für die buersche Literatur-Szene einsetzen. „Ich hatte mal überlegt, einen literarischen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Dafür such ich noch Mitstreiter.“ Darüber hinaus steht ein größeres Projekt an. „Es war immer mein Traum, ein Buch der Poetry Slammer heraus zu bringen. Jetzt endlich habe ich dafür einen Verlag gefunden. Ich hoffe, das Buch erscheint noch in diesem Jahr.“ Die Texte beinhalten allesamt das Thema „Heimat NRW“. Für viele der am Buch beteiligten Autoren ist diese Heimat übrigens Buer.

So sehr sie sich engagiert für die Literatur und entsprechende Wettbewerbe, an denen jeder teilnehmen kann, der sich berufen fühlt, selbst ihre Texte vortragen will Dea Sinik nicht. „Ich habe in der Pubertät angefangen zu schreiben und mir das immer bewahrt. Das ist mein Bereich, wo ich mich austoben kann.“

Allerdings im Fall dieser buerschen Bürgerin eben nicht öffentlich. „Trotzdem bin ich der Überzeugung, das Schreiben ist einfach gut, wenn man etwas zu Sagen hat.“

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