Flugasche regnet auf Scholven nieder

Wenn im Kraftwerk Scholven Anlagenteile wieder hochgefahren werden, kann es zum Auswurf von Flugasche kommen
Wenn im Kraftwerk Scholven Anlagenteile wieder hochgefahren werden, kann es zum Auswurf von Flugasche kommen
Foto: Hans Blossey
Im Eon-Kraftwerk in Scholven ist es im September zu Störungen gekommen: Nach Revisionsarbeiten und der Wiederinbetriebnahme von Anlagenteilen hat sich Flugasche gebildet, die auf Böden und Fahrzeuge in der Nachbarschaft gefallen ist.

Gelsenkirchen-Scholven.  Im Eon-Kraftwerk in Scholven ist es im September mindestens zu einer, möglicherweise auch zu zwei Störungen gekommen: Nach Revisionsarbeiten und der Wiederinbetriebnahme von Anlagenteilen hat sich Flugasche gebildet, die auf Böden und Fahrzeuge in der Nachbarschaft gefallen ist. Betroffen waren davon offenbar Bereiche der Nienkampstraße, des Ginsterweges und des Scheideweges.

Eon-Sprecherin Franziska Kranici bestätigt einen Vorfall, der sich in der Nacht vom 17. auf den 18. September ereignet hat. Karl Henke und Burkhard Wüllscheidt von den Grünen, die eine Anfrage in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses gestellt hatten, gehen davon aus, dass es bereits auch um den 15. September zu einem Ascheauswurf gekommen sein soll.

Die Politiker wollen wissen, ob damit eine Gefährdung der Bevölkerung und eine Belastung der Böden verbunden war. Im Gespräch mit der WAZ erklärt Franziska Krasnici: „Flugasche ist ein mineralischer Bestandteil der Steinkohle. Eine gesundheitliche Gefährdung hat nicht bestanden.“ Für die Anwohner in der Nachbarschaft des Kraftwerkes seien Vorfälle dieser Art nicht ungewöhnlich. Beobachtungen dieser Art könnten jederzeit an der rund um die Uhr besetzen Pforte oder per Telefon (601-6714) gemeldet werden. Das Unternehmen komme für die Beseitigung der Verunreinigungen auf und verteile Gutscheine für das Waschen und Polieren der betroffenen Fahrzeuge.

Stadt sieht Gesprächsbedarf

Dass es zu den Flugasche-Auswürfen gekommen ist und dass keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestanden habe, bestätigt inzwischen auch die Stadtverwaltung. Allerdings zeigt sie sich erstaunt darüber, dass lediglich die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde über die Vorfälle informiert worden ist. „Wir sehen hier noch einen Verbesserungsbedarf“, so Stadtsprecher Oliver Schäfer. Deshalb sollen Gespräche mit Münster geführt werden.

 
 

EURE FAVORITEN