Familie Holz soll den Hof Holz in Gelsenkirchen übernehmen

Angelika Wölke
Hunderte Gäste kamen Anfang Mai auf den Hof Holz zum Benfizkonzert des Rockorchesters Ruhrgebiet.
Hunderte Gäste kamen Anfang Mai auf den Hof Holz zum Benfizkonzert des Rockorchesters Ruhrgebiet.
Foto: WAZ FotoPool
Integratives Konzept bleibt bestehen. 17 Angestellte mussten entlassen werden. Dennoch läuft der Betrieb an der Braukämperstraße in Gelsenkirchen-Buer weiter. Niemand von den großen Organisationen wie AWO oder Caritas hatte sich bereit erklärt einzuspringen

Gelsenkirchen-Buer. „Es ist eine sportliche Aufgabe“, sagt Christian Holz. Zusammen mit seinen beiden Schwestern will der 59-Jährige die insolvente Hof Holz gGmbH als Investor übernehmen. Die Familie, die zugleich Namensgeberin und ursprüngliche Initiatorin des integrativen Konzepts ist, möchte den Gastronomiebetrieb auf dem Gelände an der Braukämperstraße ab dem 1. Juli in Eigenregie fortführen – auch, „weil sich niemand von den großen Organisationen wie AWO oder Caritas bereit erklärt hat einzuspringen“, erläutert Christian Holz.

„Wir fangen, wenn überhaupt, klein an“, erklärt Holz. Zu dem neuen Familienkonzept gehöre, dass alle acht Mitarbeiter mit Behinderung in der Küche und im Service übernommen werden. „Auch einige der festangestellten Mitarbeiter und Aushilfen ohne Behinderung werden an Bord bleiben“, ergänzt Jörg Nolte, Sprecher des Insolvenzverwalters Wolfgang Piroth.

Allerdings wurden bereits 17 Kündigungen ausgesprochen“, so Nolte. Betroffen seien vor allem die nicht behinderten Angestellten des Hofes. Bis zu einer möglichen Übergabe an die Familie Holz soll der Gastronomiebetrieb auf Hof allerdings unverändert weiterlaufen.

Personalkosten reduzieren

Der Insolvenzverwalter Wolfgang Piroth bilanzierte das Verfahren: „Unser vorrangiges Ziel war es, das integrative Konzept auf Hof Holz zu erhalten. Das grenzte den Investorenkreis erheblich ein. Darum freue ich mich, dass die Familie Holz sich zu den Projekt bekannt hat und vielen Menschen mit Behinderung eine berufliche Zukunft gibt.“

Ob es wirklich so weit kommen wird, ist noch nicht hundertprozentig klar. Denn Verträge sind zurzeit noch nicht unterschrieben. Christian Holz erklärte auf WAZ-Anfrage: „Wir verhandeln noch.“ Alle Eckdaten der geplanten Übernahme seien noch nicht bis ins letzte Detail abgestimmt.

Sonnenterrasse ist geöffnet

Zur langfristigen Stabilisierung des Geschäftsbetriebs sei jedoch auch die Einnahmenseite entscheidend. „Da ist aktuell noch Luft nach oben“, so Piroth. „Die Umsätze der laufenden Sommersaison sind für den Hof Holz traditionell besonders wichtig.“ Die Sonnenterrasse und die zahlreichen Veranstaltungen würden regelmäßig viele Menschen auf das Gelände locken.

Interessierte seien daher auch weiterhin herzlich eingeladen, den Hof Holz zu besichtigen und sich vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Bei schönem Wetter ist auch die Sonnenterrasse täglich geöffnet.