Fahrgäste ärgern sich über Graffiti

Verschmierte Info-Tafeln und Fahrkartenautomaten kennzeichnen die Eingangssituation am Bahnhof Buer-Süd
Verschmierte Info-Tafeln und Fahrkartenautomaten kennzeichnen die Eingangssituation am Bahnhof Buer-Süd
Foto: Funke Foto Services
Der jetzt vorgelegte Stationsbericht 2015 des VRR vergibt weitestgehend akzeptable Noten für die drei Haltepunkte im Stadtnorden. Bewertet wurden Bahnsteige und Zugänge.

Gelsenkirchen-Buer.. In der Gesamtbewertung der Bahnhöfe im Stadtnorden haben alle drei Stationen – Buer-Nord, Hassel und Buer-Süd – im vergangenen Jahr aufgeholt. Das geht aus dem Stationsbericht 2015 hervor, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) jetzt veröffentlicht hat.

Buer-Nord und Hassel entlang der S-Bahnlinie 9 wiesen ein insgesamt „akzeptables Erscheinungsbild“ auf, nachdem sie in 2014 als „noch akzeptabel“ eingestuft worden waren. Auch der Haltepunkt in Beckhausen verbesserte sein Gesamtergebnis: Der Stopp an der Regionalbahnstrecke RB 43 wechselte im Urteil der Fahrgäste von rot auf gelb: Vor zwei Jahren noch als „nicht akzeptabel“ eingestuft, belegt dieser Bahnhof jetzt eine Bewertung immerhin im Mittelfeld.

Gleich viermal hatte der VRR seine Profitester ausgeschickt, um den Zustand der Bahnhöfe und der Bahnhofsumfelder genau unter die Lupe zu nehmen. Sie kontrollierten Zugang und Bahnsteige jeweils auf Sauberkeit, Funktion und Verunreinigungen durch Graffiti.

Zwei rote Punkte für Hassel

Obwohl die drei Haltepunkte im Stadtnorden fernab der großen Fahrgastströme liegen und sich damit einer sozialen Kontrolle entziehen, äußersten sich die Tester dennoch relativ häufig zufrieden mit den örtlichen Gegebenheiten. So konnten sie fünf von insgesamt sechs grünen Punkten an den Bahnhof Buer-Nord vergeben. Dort befinden sich Treppenanlage und Bahnsteig in einem akzeptablen Zustand, ist deren Funktion nicht eingeschränkt. Ein roten Punkt mussten sie allerdings für die „Kunstwerke“ von wilden Sprayern vergeben, die diese auf dem hoch gelegenen Bahnsteig hinterließen.

Auch der fast schon an der Grenze zu Westerholt gelegene und vom Eppmannsweg kaum einsehbare Haltepunkt Hassel hat immer wieder unter anonymen Graffiti-Aktionen zu leiden. Dort mussten die Tester gleich zwei rote Punkte vergeben, weil sich die Schmierereien sowohl auf dem Bahnsteig als auch entlang des Zugangs zum Haltepunkt befinden. Die anderen Kategorien stellten die Prüfer zufrieden, so dass sie Sauberkeit und Funktion jeweils mit grün bewerten konnten.

Punktabzug für Buer-Süd

Doppelten Punktabzug kassierte der ebenfalls abseits gelegene Haltepunkt Buer-Süd an der Horster Straße. Dort stießen den VRR-Gutachtern nicht nur die Graffiti am Zugang und auf dem Bahnsteig negativ auf, sie äußerten darüber hinaus auch Kritik an der Funktion des Bahnsteigs, für den sie nur ein gelb und damit ein „noch akzeptabel“ übrig hatten. Fahrgäste und Politik hatten in der Vergangenheit immer wieder die mangelnde Barrierefreiheit an dieser Station moniert. Zwar führt dort ein ebenerdiger, asphaltierter Weg geradewegs bis zur Bahnsteigkante, doch erweist sich die Lücke zum Ausstieg des Triebfahrzeugs als unüberwindbare Hürde für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind oder einen Kinderwagen mit sich führen. Die Profitester des Verkehrsverbundes kommen in der Bewertung des Haltepunktes Buer-Süd zu dem Fazit: „Modernisierung erforderlich“. So wünschenswert diese Forderung ist, so fern ist sie jedoch in der Realität. „Finanzierung nicht gesichert“ lautet der Zusatz in Bezug auf Verbesserungen in Buer-Süd.

 
 

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