Eher Baustelle als Bibliothek

Im Erdgeschoss der Vorburg von Schloß Horst befinden sich Ausleihe und Bürgercenter, in der ersten Etage sind Stadtteilbibliothek (Bild) und Fürstenberg-Saal zu finden..
Im Erdgeschoss der Vorburg von Schloß Horst befinden sich Ausleihe und Bürgercenter, in der ersten Etage sind Stadtteilbibliothek (Bild) und Fürstenberg-Saal zu finden..
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Horst.  . „Wir waren 40 Jahre mitten im Geschehen. Und alles war ebenerdig“, blickt Jutta Schwichtenberg zurück auf die Stadtteilbücherei Horst am Standort Markenstraße. Das ist Geschichte. Jetzt sitzt die Büchereileiterin auf vollgepackten Bücherkisten, blickt zusammen mit ihren Kolleginnen Caroline Hullmann, Mary Badorrek und Sarah Saralin auf Handwerker und Putzkolonnen und hofft, dass der Ausleihbetrieb pünktlich aufgenommen werden kann. Die Bibliothek und das Bürgercenter, untergebracht in der vom Fundament bis in die Dachspitze sanierten Vorburg von Schloß Horst, stehen kurz vor der Wiedereröffnung.

Bohrmaschinen und Putzeimer, Staubsauger, Wischmopps, Kabel und überall Folie, die Regale und Büroeinrichtungen vor Staub schützt: Die Bücherei gleicht anderthalb Wochen vor ihrer Wiederinbetriebnahme eher einer Baustelle denn einem herausgeputzten Stadtteil-Treffpunkt. 17 000 Medien von Büchern über CD und DVD bis zu Zeitungen und Zeitschriften müssen in den nächsten Tagen eingeräumt werden, damit der kleine Festakt am Freitag, 14. Juni, um 11 Uhr pünktlich beginnen und sich ein kleines Stadtteilfest anschließen kann.

Arbeitsplätze und Fürstenberg-Saal

Spätestens dann werden die Vorteile des neuen Standortes nicht mehr zu übersehen sein: im Erdgeschoss der großzügige Eingang mit Bürgercenter, Ausleihe, Garderobe und Taschenschränken, in der ersten Etage die eigentliche Bibliothek und der Fürstenberg-Saal als neuer Veranstaltungsort für Lesungen und Vorträge. Besonders freut sich Jutta Schwichtenberg über die Möglichkeiten, die die Bibliothek zum Arbeiten bietet: „63 Plätze stehen hier zur Verfügung.“ An der Markenstraße war es nur ein Arbeitsplatz. Und vier Bistro-Tische, die man sich mit dem Bürgercenter teilen musste. Jetzt sind also ideale Arbeitsbedingungen geschaffen, um Fachliteratur zu wälzen und Referate vorzubereiten. Jutta Schwichtenberg verweist in diesem Zusammenhang auf die unmittelbare Nähe zur Gesamtschule Horst.

Trotz eines veränderten Medienkonsums konnte die Stadtteilbücherei Horst bei konstanter Nutzerzahl die Ausleihen steigern. Besonders treu seien Kinder, Schüler und ältere Erwachsene. Es fehle der Mittelbau als Dauerkunde. Jutta Schwichtenberg: „Umso mehr freuen wir uns, wenn wir Eltern wiedersehen, die wir schon als Kinder kannten.“ Als Erfolg der Bildungsarbeit sieht sie auch dieses Indiz: türkischstämmige Väter, die mit ihrem Nachwuchs in die Bücherei kommen.

 
 

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