Die zweite Kündigung des Geschäftsführers war rechtens

Angelika Wölke
Die Arbeit auf dem Hof Holz in Beckhausen geht weiter.
Die Arbeit auf dem Hof Holz in Beckhausen geht weiter.
Foto: WAZ FotoPool
Richter Dr. Hans-Dieter Kahleyß vom Landgericht in Essen gibt den Eigentümern des Hofes Holz an der Braukämper Straße in Gelsenkirchen-Beckhausen Recht. Die zweite von insgesamt sieben Kündigungen, die die Gesellschafter geschrieben haben, akzeptierte das Gericht.

Sieben Kündigungen haben die beiden Gesellschafter Christian und Mechtild Holz ihrem ehemaligen Geschäftsführer Rolf Keusgen geschickt. Doch schon die zweite, die das Arbeitsverhältnis zum 31. Januar 2015 beenden sollte, genügte den Ansprüchen von Richter Dr. Hans-Dieter Kahleyß am Landgericht Essen. „Einen Zahlungsanspruch hat der Richter in seinem Urteil nicht formuliert“, erklärte Dr. Oliver Greff, ein Sprecher des Landgerichts Essen gestern auf WAZ-Anfrage.

Zum Hintergrund: Nachdem die Familie Holz den Betrieb an der Braukämperstraße 2014 aus dem Insolvenzverfahren gerettet hatte, stellten sie Keusgen als Geschäftsführer ein und gaben ihm einen Arbeitsvertrag über fünf Jahre. Doch bereits nach drei Monaten verabschiedete sich die Familie Holz von dem Mann.

Ex-Geschäftsführer ist geschockt

Vorgeworfen wurde ihm vom Arbeitgeber, einen Pizzabäcker ohne ihr Wissen eingestellt zu haben, das erarbeitete Gastrokonzept nicht richtig umgesetzt zu haben. Außerdem habe er seine Frau auf dem Hof beschäftigt und ein schludriges Kassenbuch geführt. Keusgen, der bei Erfüllung seines Vertrages 231 000 Euro verdient hätte, verlangte eine Abfindung von 130 000 Euro, auch, weil er mit seinen „60 Jahren keine Möglichkeit hat, noch einmal neu anzufangen“, wie er vor Gericht argumentierte.

Während die Familie Holz gut mit dem Urteil leben kann, ist der Ex-Geschäftsführer geschockt. „Ich werde mir das Urteil genau ansehen und dann überlegen, was ich tun werde“, sagte Keusgen gestern gegenüber dieser Zeitung.