Die Post kommt per Express-E-Bike

Mit dem E- Bike durch den Postbezirk.
Mit dem E- Bike durch den Postbezirk.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer.  Erst hört man ein helles Sirren, dann biegt Heike Herm mit ihrem Rad um die Ecke – und das ziemlich schnell. Die 39-Jährige ist Briefzustellerin der Post und ist seit einigen Tagen mit ihrem neuen Dienstfahrzeug, einem E-Bike der dritten Generation, in Buer unterwegs. Erst zwei dieser Express-Räder rollen zur Zeit durch den Gelsenkirchener Norden.

Aus lauter Gewohnheit tritt die Post-Mitarbeiterin noch in die Pedale, wenn sie die leichte Steigung der Niefeldstraße unter die Räder nimmt, nötig wäre das aber nicht. Denn das gelbe, sehr stabil wirkende Fahrzeug, hat mit den E-Bikes für den Hausgebrauch so gar nicht mehr gemein. „Ich muss nur hier am Lenker den Gashebel betätigen, dann geht es schon mächtig los, auch wenn ich nicht in die Pedale trete“, berichtet Heike Herm von ihren ersten Erfahrungen mit dem neuen Rad.

Konstruktiv unterscheidet sich das neue Gefährt der dritten E-Bike-Generation der Post deutlich von seinen Vorgängern. Wurde bei den Vorläufern der Radler durch einen Tretlager-Motor beim Tritt in die Pedale lediglich unterstützt, hat das neue Rad einen Nabenmotor im Vorderrad, der ganz ohne eigene Anstrengung für den nötigen Vortrieb sorgt - und das für mehr als eine Schicht. Zwei Lithium-Ionen- Akkus unter dem hinteren Gepäckträger sorgen für die nötige Energie. „Auch nach gut acht Stunden Schicht sind die Akkus noch nicht leer und ich komme immer noch leicht die Steigungen hinauf“, freut sich die Zustellerin, die schon seit 1993 in Post-Diensten arbeitet: „So leicht fuhr bisher noch kein Rad.“

Dabei ist das neue Gefährt wahrlich kein Leichtgewicht. Mit Akkus wiegt es rund 60 Kilogramm. Dazu kommt noch die Briefladung, die schnell die 50-Kilogramm-Grenze erreicht. Je nach Körperfülle hat das Rad mit dem Zusteller auch noch einiges zu transportieren, bei manchem mehr, bei Heike Herm eher weniger.

Bezirke mit Steigungen

„Die Post setzt die neue E-Bike-Generation vorwiegend in Bezirken mit vielen Steigungen und großen Zustellbereichen ein, um die Arbeit der Mitarbeiter zu erleichtern“, erklärt Dieter Pietruck, Pressesprecher der Post. So sei es kein Zufall, dass die beiden ersten Räder der neuen Generation im Gelsenkirchener Norden eingestzt werden. „Flachland-Bereiche“ werden erst später versorgt.

Im Bezirk von Heike Herm, den sich die Teilzeit-Mitarbeiterin mit einer Kollegin teilt, fallen täglich bis zu 1500 Briefsendungen an, die über manche Steigung gewuchtet werden müssen, die dem Autofahrer gar nicht so auffallen. Die „Königsetappe in Heike Herms Bezirk ist die Feldhauser Straße: „Das war früher echt eine Herausforderung mit vollen Gepäckträgern. Jetzt muss ich nur Gas geben und kann mich mehr auf meine Kunden konzentrieren.“ Und schon surrt sie wieder davon - und tritt dabei aus Gewohnheit weiter in die Pedale.

 
 

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