Die Erler Chorgemeinschaft St. Konrad wird 70 Jahre alt

Die Chorgemeinschaft St. Konrad kann ihre Geschichte so gut belegen, wie kaum ein anderer Chor.
Die Chorgemeinschaft St. Konrad kann ihre Geschichte so gut belegen, wie kaum ein anderer Chor.
Foto: Funke Foto Services
Seit dem ersten Tag des Chores führten die Mitglieder ein Chortagebuch, das heute, zum Jubiläum, die Reise in die Vergangenheit möglich macht. Schon immer waren die Sänger eine echte Gemeinschaft und „der Motor der Gemeinde“, weiß der Vorsitzende Rainer Eigenfeld.

Selten ist die Geschichte eines Chores so gut belegt, wie die der Chorgemeinschaft St. Konrad. Sorgsam hatten die Sänger vor 70 Jahren das gemeinschaftliche Leben in Tagebuchform niedergeschrieben – fein säuberlich in schönstem Sütterlin. Von Chorproben ist da zu lesen und auch von vielen Ausflügen. Denn die Gesangsgemeinschaft war identitätsstiftend für die Gemeinde.

„Der Chor war früher der Motor der Gemeinde“, weiß Rainer Eigenfeld, der heutige Vorsitzende. „Egal ob bei Sommerfesten oder im Karneval, die Sänger waren an vorderster Front dabei.“ Dabei waren die Anfangszeiten nicht rosig. Eben war der Zweite Weltkrieg erst vorbei, da gründete sich im August der Chor. „Der erste Aufruf von der Kanzel fruchtete nicht sofort“, erklärt Eigenfeld. Dann aber kamen doch 67 Damen und Herren zum gemeinsamen Singen unter der Leitung von Anton Falger in der Krypta zusammen. Damals gehörte man noch zum Bistum Münster.

Für unbescholtene Katholiken

Auch die Chorordnung liegt noch gut erhalten bei den historischen Unterlagen. „Der Chor soll sich in all seinen Aufgaben als Glied und Stellvertreter der Pfarrgemeinde verstehen“, ist da zu lesen. Klar, dass damit Ansprüche verbunden waren. So war klar, dass nur „unbescholtene Katholiken“ im Chor willkommen waren. Mehrfaches, unentschuldigtes Fehlen bedeutete, laut Chorordnung, ebenso den Rauswurf wie unehrenhaftes Verhalten.

Es war die „schlechte Zeit“, in der alles knapp war. Auch das Papier. „Der Chor hatte Noten beantragt beim Cäcilienverband, die erst ein Jahr später zugestellt wurden wegen des Papiermangels. Andere Chöre mussten damals sogar unbedrucktes Papier einschicken, das man dann bedruckt zurück erhielt.“

Erster Ausflug: Mit der Bahn nach Grafenwald

Dennoch ließ man es sich in der Gemeinschaft gut gehen. Oder so gut es eben ging. Über mehrere Seiten berichtet das „Tagebuch“ vom ersten Chorausflug nach Grafenwald. Liebevoll klebte man dazu Ansichtskarten als Erinnerung ein. „Wir sind schon stolz darauf, dass wir unsere Geschichte so gut belegen können“, erklärt Rainer Eingenfeld.

Bis heute wird Buch geführt über das Chorleben. Mittlerweile weniger romantisch in Protokollform. Vieles andere hat sich geändert. „Dass wir keine eigenständige Pfarrei mehr sind, hat sich auch auf den Chor ausgewirkt.“ Wie die meisten seiner Art ist dieser auch kleiner geworden. „Wir haben noch 28 Sänger, sind stimmlich noch ganz gut aufgestellt.“ Man sei zufrieden. „Schließlich hat man uns 2009 schon totgesagt.“

Festgottesdienst am 30. August

Umso lieber feiert die Chorgemeinschaft St. Konrad, die sich eben der guten Gemeinschaft wegen einst umbenannte, ihren Geburtstag. In St. Konrad findet am Sonntag, 30. August, um 9.30 Uhr ein Festgottesdienst mit Weihbischof Wilhelm Zimmermann statt. Anschließend wird gefeiert.

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