Der Erler Funke sprang im Bruder-Jordan-Haus gleich über

Die Erler Sängerin Ilona Goldstein sorgte im Bruder-Jordan-Haus für jecke Stimmung
Die Erler Sängerin Ilona Goldstein sorgte im Bruder-Jordan-Haus für jecke Stimmung
Foto: FUNKE Foto Services
Regelmäßig besuchen die Erler Funken in der Session Seniorenzentren, um närrischen Frohsinn auch hier einkehren zu lassen. Am Mittwoch waren sie im Bruder-Jordan-Haus, hatten nicht nur die Garden mit dabei sondern auch die „Hofsängerin“ Ilona Goldstein.

„Handys abgeben, die Gewichte von den Füßen nehmen, die Hosen ausziehen“, lautet das Kommando von Peggy Brilka, der Trainerin der Nachwuchsgarde. Es ist kurz vor vier Uhr. Zeit, den Keller des Bruder-Jordan-Hauses zu verlassen, sich bereit zu machen für den Auftritt. Oben im Saal warten schon die Senioren in jecker Kulisse.

„Wir gehen seit vielen Jahren ehrenamtlich in die Seniorenzentren und gestalten da eine kleine Karnevalssitzung“, erzählt Ute Kopania von den Erler Funken. „Wir machen das zum Wohl der älteren Leute. Die haben immer Spaß, wenn wir kommen.“ Auch wenn heute zum Auftrittsstress noch Improvisationsstress dazu kommt, weil durch Umbauarbeiten die Sitzung auf zwei Räume aufgeteilt ist. Die erste Hälfte findet in einem Saal statt, die andere in einem zweiten. Das Interesse der Heimbewohner ist groß.

Klein hingegen ist der Platz, der den Garden heute bleibt. Kur zuvor hatte man noch darüber gesprochen, welche akrobatischen Elemente daher ausfallen müssen. Konzentration ist gefragt. „Aber da sind die Mädchen schon routiniert“, lacht Peggy Brilka.

Dann geht es los. Die Mädchen marschieren ein, die Musik startet, der Gardetanz beginnt. Freudig klatschen die Senioren mit. „Die freuen sich schon lange im Voraus auf die Mädchen“, weiß die Trainerin. „So viel passiert hier ja auch nicht.“ Gerne würden sie alle solche Auftritte machen, weil es ja um die gute Sache ginge. Auch wenn manche Mädchen erstmals Kontakt haben mit alten, kranken Menschen. „Manche haben am Anfang etwas Hemmungen. Mittlerweile kennen die älteren viele der Bewohner, da ist das normal geworden“, so Brilka, die erzählt, dass einige Erlebnisse die Mädchen durchaus beschäftigen. „Die fragen mich dann danach, warum sehr kranke, abwesende Menschen zu unseren Sitzungen kommen.“ Und so lernen sie, ganz nebenbei, mehr über das Alter und den Umgang damit.

Die Mädchen erobern die Herzen der Senioren im Sturm. Das gelingt auch der Minigarde, die im Anschluss ihren Showtanz zeigt, in dem sie an Pipi Langstrumpf und die Seeräuber erinnern. Für die Mädchen sind solche Tage, in Zeiten längerer Unterrichtszeiten, hart. Die zwölfjährige Tabata etwa war nur ganz kurz zu Hause heute. „Das ist schon anstrengend. Aber wenn man das Kostüm anhat, kommt die Lust zu tanzen von ganz alleine.“

Lust zu feiern haben jetzt die Senioren. Ilona Goldstein, die „Perle von Erle“, ist an der Reihe. Kaum singt sie den Refrain „Am Aschermittwoch bin ich geboren“, ist sie vom einem stimmgewaltigen Chor umgeben. Denn die alten Hits kann hier jeder auswendig.

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