Dem Täter auf der Spur - quer durch Gelsenkirchen-Buer

Die Spur der Hobby-Ermittler führte auch auf die Domplatte. Dort mussten sie die Witwe Barchen befragen, die von Cornelia Poth Paulgespielt wurde.
Die Spur der Hobby-Ermittler führte auch auf die Domplatte. Dort mussten sie die Witwe Barchen befragen, die von Cornelia Poth Paulgespielt wurde.
Foto: Funke Foto Services
„Krimitour Ruhrgebiet“ schickte Freizeit-Ermittler auf Tour. Sie befragten Zeugen auf der Domplatte, vor dem Kunstmuseum und dem Rathaus. Den Teilnehmern macht es einfach tierischen Spaß, selbst in die Rolle des Ermittlers zu schlüpfen

Sonntag ist Tatort-Tag. Für viele Familien ist der Kult-Krimi am Abend ein Pflichttermin. Auf Spurensuche können Hobby-Ermittler aber schon am Sonntagmittag gehen. Die jüngste „Krimitour Ruhrgebiet“ führte durch die buersche Innenstadt. Gruppen von Freizeit-Kriminalisten waren unterwegs, um Zeugen zu befragen und auf diese Weise den Fall „Überfahren“ zu lösen.

Stephan Haas vom Veranstalter „Krimitouren Ruhrgebiet“ begrüßte die Teilnahmeteams vor dem historischen Gebäude des Polizeipräsidiums und wies sie in den Krimifall ein: „Herr Barchen wurde vor seinem Wohnhaus überfahren. Er war bei der Hausgemeinschaft ziemlich unbeliebt“, führt er aus. Schnell wird deutlich, dass bei den Bewohnern gewisse Tatmotive möglich wären.

Aufgabe ist schnell klar

Für die Hobbyermittler ist die Aufgabe schnell klar: „Befragen Sie die Hausbewohner, sammeln Sie Infos und schauen Sie, ob sich irgendwer in Widersprüche verwickelt“, gibt Haas ihnen mit auf den Weg. Danach verabschiedet er sie auf die Tour, er selbst muss später noch in eine Zeugenrolle schlüpfen.

„Wir stellen vier Zeugen auf. Das sind Schauspieler oder Gästeführer, die die Rollen spielen und natürlich auch schon einiges an Erfahrung mitbringen. Das läuft dann alles schon wie nach einem Drehbuch ab“, erklärt er, nachdem die Teams unterwegs sind. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, die Ermittler ziehen die richtigen Schlüsse.

Von Duisburg nach Buer

Helena und Philipp Scherer aus Dortmund und Sabine Krobok aus Geldern bilden ein Ermittlerteam. Letztere hat sogar schon Erfahrung: „Ich habe schon bei einer Tour in Duisburg teilgenommen. Es macht einfach tierischen Spaß, selbst in die Rolle des Ermittlers zu schlüpfen.“ Vor der ersten Befragung der Witwe des Opfers machen die drei sich schon einmal Notizen und überlegen sich Fragen, die sie stellen wollen. Warum war der Mann wieder zu Hause? Hatte er womöglich eine Affäre? Wie war sein Verhältnis zu den Nachbarn?

Nebenbei die Stadt kennenlernen

„Ich bin gespannt, was wir herausbekommen“, sagt Helena Scherer vor dem Treffen, das auf der Domplatte stattfindet. Dies ist ein weiterer Punkt der Krimitouren. Die Gruppen lernen auch die Innenstädte kennen. Keiner der drei kannte sich vorher in Buer aus, gut dass ein Stadtplan da mitgegeben wurde. Später ging es zum Kunstmuseum und zum Rathaus. Während der Befragung von „Frau Barchen“ sind alle in ihren Rollen. Die Schauspielerin Cornelia Poth Paul mimt ihre Figur natürlich besonders gut. „Das war sehr gut gespielt, man bekommt einen guten Eindruck, womit es die echten Ermittler zu tun haben“, stellt Philipp Scherer nach dem Treffen fest. Bei ihrer Ermittlung hat die Befragung allerdings noch nicht viel Licht ins Dunkle gebracht. „Man hat ein paar Anhaltspunkte, aber ich denke das wird noch kompliziert.“

So ziehen die Hobby-Detektive also weiter zum nächsten Zeugen. Wenn sie die richtigen Fragen stellen, kriegen sie vielleicht auch den Täter. So wie meist sonntagabends im Tatort eben.

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