Das Ding auf dem Querbalken

Foto: Peggy Mendel
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Gelsenkirchen-Buer. Sechs von insgesamt 45 Ideen für die künstlerische Betonung des Goldbergplatzes als zukünftige Kulturmeile schafften es bis in die Endrunde: die „Kunst-Haltestelle“ von Andreas Bee, die sich drehenden sechsflächigen Raumkörper von Vanessa Niederstrasser, die Kran-Skulptur „Orange in den Himmel“ von Thomas Gerhards, der „Klanggarten“ von Claudia Lüke, das „Goldstück“ des Duos Giessler/Sandmann und eben der „Blobster“ von Gereon Krebber.

Als Material für seine fünf Meter hohe Skulptur hat der in Oberhausen geborene Künstler Aluminium ausgewählt, das nicht so kalt erscheine wie Stahl und einen silbrig-matten Schimmer habe. Was da oben auf dem Querbalken liege, winde, sich vielleicht auf dem Weg nach unten bewege, kann Krebber selbst nicht so genau erklären. Es ist der „Blobster“, der viele gegensätzliche Eigenschaften in sich vereine: schlaff und stark, leicht und schwer, lustig und ernst, monumental und komisch zugleich.

„Das Ding ist ziemlich groß. Es wird spannend, es zu bauen“, bekannte der 39-Jährige gestern Nachmittag, nachdem sich die Jury für seinen Entwurf entschieden hatte. Bei aller Leichtigkeit des ersten Eindrucks soll Stabilität die moderne Skulptur auszeichnen. Krebber: „Das einzige Risiko ist: Es fährt jemand mit dem Lkw dagegen.“

Die mit Kunstexperten, Verwaltungsvertretern und Politikern besetzte Jury hatte unterschiedliche Aspekte von Kunst im öffentlich Raum zu diskutieren. Am Ende, so Stadtdirektor Michael von der Mühlen, sei ein „recht gutes Ergebnis“ dabei herausgekommen. Jury-Vorsitzende Söke Dinkla beschreibt den „Blobster“ so: „Es ist ein Gerüst mit einem organischen Gebilde, das herunter zu tropfen scheint.“ Die drei vertikalen Planken mit dem Horizontalbalken und dem „Blobster“ darauf sollen nicht einfach stumm auf dem Goldbergplatz stehen. Söke Dinkla: „Es ist wichtig, dass die Arbeit ,spricht’, dass sie eine Diskussion anstößt.“ Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Fläche und dem öffentlichen Raum bedinge aber, dass auch eine Sprache gefunden werde, die das Kunstwerk erkläre, so Söke Dinkla.

Die Zwiesprache mit dem Publikum kann beginnen, wenn auch der Kulturausschuss seine Zustimmung gegeben hat und der Umbau des Goldbergplatzes beendet sein wird. Das soll im Oktober der Fall sein.

 
 

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