Darmkrebs: Anruf erwünscht

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Blut im Stuhl, deutliche Gewichtsabnahme, Veränderungen der Stuhlbeschaffenheit - wer diese Symptome bei sich feststellt, muss sich auf eine schlechte Nachricht gefasst machen: Darmkrebs. Diese Diagnose muss nicht gestellt werden bei einer rechtzeitigen Vorsorgeuntersuchung. Dafür wirbt die Telefonaktion des Sankt Marien-Hospitals Buer am Mittwoch, 7. März.

Gelsenkirchen-Buer..  Blut im Stuhl, deutliche Gewichtsabnahme, Veränderungen der Stuhlbeschaffenheit - wer diese Symptome bei sich feststellt, muss sich auf eine schlechte Nachricht gefasst machen: Darmkrebs. Diese Diagnose muss nicht gestellt werden bei einer rechtzeitigen Vorsorgeuntersuchung. Dafür wirbt die Telefonaktion des Sankt Marien-Hospitals Buer am Mittwoch, 7. März. Die Fachärzte wollen mit dieser gezielten Aufklärungskampagne im „Darmkrebs-Monat“ März eine besonders schwierige Patientenschaft erreichen: Männer.

Das vermeintlich starke Geschlecht nimmt’s leicht mit der eigenen Gesundheit: Rauchen, trinken, wenig Bewegung, falsche Ernährung und gar nicht erst einen Arzt-Termin vereinbaren. Dabei hätten sie es besonders nötig. Denn Männer im Alter zwischen 45 und 49 Jahren haben ein ähnlich hohes Darmkrebs-Risiko wie zehn Jahre ältere Frauen. „Männer trifft es früher und ruppiger“, weiß Internist Dr. Thomas Herchenbach. Hinzu kommt, dass sich Darmkrebs nicht durch Frühsymptome bemerkbar macht und gesetzliche Krankenkassen eine Vorsorgeuntersuchung erst ab einem Alter von 55 Jahren übernehmen.

Wie wichtig Vorsorge ist, macht Dr. Frank P. Müller, Chefarzt der MHB-Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, deutlich: „Die Darmkrebs-Vorsorge ist die einzige Untersuchung, die eine Erkrankung erkennen und heilen kann.“ Gleichzeitig will die Telefon-Aktion mit gängigen Vorurteilen und Vorbehalten aufräumen. „Zum Beispiel mit der Mär, dass nur dunkles Blut im Stuhl ein Anzeichen für eine Krebserkrankung sein kann“, so Koloproktologe Dr. Christoph Bönner. Auf den technischen und medizinischen Fortschritt verweist Evangelos Efthimiadis, Leiter der Gastroenterologie am MHB: „Die Geräte sind schmaler geworden, die Medikamente zur Beruhigung können gezielter eingesetzt werden.“ Vor allem aber: Zur Entleerung des Darmtraktes müssen längst nicht mehr fünf Liter einer brackig schmeckenden Flüssigkeit geschluckt oder eine vier- bis fünftägige Diät eingehalten werden. Bönner: „Je nach Medikament reichen auch zwei Wassergläser aus.“ Marek Bakowski, dessen Kompetenzzentrum für Darmerkrankungen in der Gelsenkirchener Altstadt zu finden ist, verweist auf das soziale Gefälle hin: „Viele Hartz IV-Empfänger können die Praxisgebühr nicht bezahlen.“ Um mehr Männer zu gewinnen, wünscht sich Herchenbach eine „andere Vorsorgekultur“, zum Beispiel in Form von Einladungen zu Untersuchungen, die von den Krankenkassen verschickt werden.

Die Fachärzte sind am Mittwoch, 7. März, von 15 bis 18 Uhr unter der Gelsenkirchener Rufnummer 702 16 61 zu erreichen.

 
 

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