Breakdance unterm Tannenbaum

Schüler Tim Herzog  und Dietrich Schulz von  Vivawest Dienstleistungen schmücken  in der Förderschule Bergmannsglück den Weihnachtsbaum.
Schüler Tim Herzog und Dietrich Schulz von Vivawest Dienstleistungen schmücken in der Förderschule Bergmannsglück den Weihnachtsbaum.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Hassel..  Während im Foyer fröhlich zu Gitarrenklängen etwas verfrüht der Nikolaus mit Gesang begrüßt wird, trainiert nur einige Räume weiter eine engagierte Breakdance-Gruppe. Es ist ein besonderer Tag für die Förderschule an der Bergmannsglückstraße, denn sie hat Besuch bekommen - und der hat einiges mitgebracht.

Es sind Nachbarn, die für Freude bei den rund 130 Schülern sorgen. Da ist zum einen das Bergmannsglücker Bildungsprojekt, das mit seinen Besuchen schon mehrfach den Schulalltag bereichert hat.

Monika Schmidt-Brockmann, eine der Initiatorinnen des ehrenamtlichen Bildungsprojektes, hat die beiden Breakdance-Profis Daniel Otta und Thomas Auth mitgebracht. Beide haben sich einen ganzen Vormittag Zeit genommen, aus Nichttänzern aller Jahrgangsstufen eine homogene Breakdance-Truppe zu machen.

Der zweite Nachbar, Dietrich Schulz von Vivawest-Dienstleistungen, ist auch nicht mit leeren Händen in die Schule gekommen. Im Gepäck hat er eine stattliche Edeltanne und reichlich Baumschmuck, den einst Auszubildende selbst gefertigt haben.

Nach dem Nikolaus-Lied, das die Lehrer Christian Spiegel und Martin Hoffstadt schwungvoll swingend an den Gitarren begleiten, können es die rund 30 Schüler aus der ersten und vierten Jahrgangsstufe kaum abwarten, den Holzschmuck an die Tanne zu hängen. Es ist übrigens seit gut einem Jahrzehnt der erste Christbaum, der wieder die Schule schmückt, in den letzten Jahren fehlte es immer an den nötigen Mitteln. Aber diesmal gibt es ja einen spendablen Nachbarn, der sich durchaus vorstellen kann, auch in den nächsten Jahren die Schule auf die eine oder andere Weise zu unterstützen.

In der Zwischenzeit haben Schadi, Leo, Tim, Mohamed, Dominik .Antonia und die anderen aus der 14-köpfigen „Tanzkurs-Gruppe“ gelernt, dass Breakdance nicht nur „cool“, sondern auch ganz schön anstrengend ist. Drehungen, synchrone Moves und viele Figuren gilt es einzuüben. Schließlich soll später ja alles ganz leicht aussehen. Aber nach knapp zwei Stunden haben die enorm geduldigen Tanz-Profis mit den Schülern schon eine Choreographie erarbeitet und die ersten Figuren klappen schon fast perfekt.

„Das ist enorm wichtig für unsere Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Sie haben bei so einem Projekt Erfolgserlebnisse, die das Selbstbewusstsein stärken. Das hier ist eine Herausforderung, bei der sie sich beweisen können, die aber auch Spaß macht“, hebt Musiklehrer Christian Spiegel den pädagogischen Wert des Breakdance-Workshops hervor. Der elfjährige Valentin bestätigt das kurz und knapp: „Ich habe vorher nie getanzt, aber das hier ist einfach toll.“

Noch viel mehr freuen er und seine 13 Mittänzerinnen und Mittänzer sich am Mittag über den Beifall der Schulkollegen und Lehrer, den es nach der schon fast gekonnt dargebotenen Breakdance-Show gab, die den anstrengenden Trainingstag krönte.

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