Ausbau der B224 zur Autobahn zwischen Buer und Essen weiter umstritten

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Die Diskussion um den Ausbau der B 224 zwischen Buer und Essen zur Autobahn 52 geht weiter. Foto: Birgit Schweizer
Die Diskussion um den Ausbau der B 224 zwischen Buer und Essen zur Autobahn 52 geht weiter. Foto: Birgit Schweizer
Foto: WAZ FotoPool
Die Industrie- und Handelskammern Essen und Münster sprechen sich für den zügigen Ausbau der B224 zur Autobahn aus. Die Lücke zwischen Gelsenkirchen-Buer und Essen führe täglich zu Staus. Die A 52-Bürgerinitiativen bereiten neue Proteste vor.

Gelsenkirchen-Buer. In die Debatte um den Ausbau der B 224 zur Autobahn 52 haben sich jetzt auch die Industrie- und Handelskammern Essen und Münster eingeschaltet. Aus deren Sicht ist die vierspurige Straße die wichtigste Verkehrsverbindung zwischen dem Münsterland, dem nördlichen Ruhrgebiet und dem Großraum Essen/Düsseldorf und müsse dringend zur Autobahn ausgebaut werden. Die Ausbau-Lücke zwischen Gelsenkirchen-Buer und Essen führe zu täglichen, oft kilometerlangen Staus auf der heutigen B 224.

Landesumweltminister Johannes Remmel sieht dagegen den Ausbau von Autobahnen in NRW skeptisch. Er beruft sich auf den NRW-Koalitionsvertrag, der dem Erhalt der Straßen Priorität vor deren Ausbau gibt. In einem Welt am Sonntag-Interview bezieht er zwar nicht eindeutig Stellung gegen das A 52-Projekt, verspricht aber, gemeinsam mit den Bürgern nach Lösungen zu suchen.

Bürger protestieren

Gerade die Bürger der betroffenen Städte an der geplanten Ausbaustrecke protestieren und haben rund 900 Einwendungen gegen die Pläne zum Bau der A 52-Streckenabschnitte auf Essener und Bottroper Gebiet eingereicht. Als Konsequenz daraus werden seit Dezember 2010 neue Gutachten zu Verkehrsaufkommen und Lärmberechnung der geplanten Autobahn A 52 neu erstellt. Das trägt nicht unbedingt zur Beschleunigung des Verfahrens, das von IHK-Vertretern gefordert wird, bei.

Doch auch von dem „unerträglichen langen Planungszeitraum“ lassen sich die IHK-Präsidenten Dirk Grünewald (Essen) und Dr. Benedikt Hüffer (Nord Westfalen) nicht entmutigen: „Die Wirtschaft an der Ruhr, im Emscher-Lippe-Raum und im Münsterland wirbt weiter nachdrücklich um die Fertigstellung dieser bedeutenden Nord-Süd-Achse. Der Lückenschluss ist für die weitere erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in beiden IHK-Bezirken unverzichtbar.“

„Realisierung dringend geboten“

„Aus verkehrlicher Sicht ist eine Realisierung dringend geboten“, so heißt es in einem Brief an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), den der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß vor wenigen Tagen gemeinsam mit seinen Amtskollegen Bernd Tischler aus Bottrop und Ulrich Roland aus Gladbeck auf den Weg brachten. Ein Vorstoß, der die einhellige Zustimmung der IHK-Vertreter fand. Gleichzeitig bereiten die A 52-Bürgerinitiativen der Städte weiter Proteste vor.