Auf Hof Holz fand Khalil sein Glück

Sie helfen Fokar Khalil (3.v.l.), in Gelsenkirchen heimisch zu werden: Finn und Dana Smolny sowie Patin Christa Pochert und Pastor Rico Otterbach (v.l.).
Sie helfen Fokar Khalil (3.v.l.), in Gelsenkirchen heimisch zu werden: Finn und Dana Smolny sowie Patin Christa Pochert und Pastor Rico Otterbach (v.l.).
Foto: Michael Korte
Fokar Khalil liebt seinen Job. Gerne würde er sieben Tage in der Woche in der Küche von Hof Holz arbeiten. Eine Fünf-Tage-Woche kannte der Syrer nicht, bevor er im Stadtnorden Gelsenkirchens eine neue Heimat fand.

Gelsenkirchen-Beckhausen..  Fokar Khalil liebt seinen Job. Gerne würde er sieben Tage in der Woche in der Küche von Hof Holz arbeiten. Eine Fünf-Tage-Woche kannte er nicht, bevor er hierher kam. Das gab es in seiner syrischen Heimat nicht. „Dort habe ich schon in einem Café gearbeitet.“ Vor gut einem Jahr musste Fokar dann fliehen aus dem Kurdengebiet und kam, über mehrere Stationen, nach Horst.

Da hatte der 28-Jährige Glück: Der interreligiöse Arbeitskreis vermittelte Patenschaften. „So entstand der Kontakt mit unserer Gemeinde“, so Pastor Rico Otterbach von der Freien Evangelischen Gemeinde in Horst. Hier lernte Fokar erste Worte der Sprache seiner neuen Heimat. Und er traf auf Christa Pochert, seine Patin. „Mittlerweile ist er ein Teil meiner Familie“, erzählt die. „Er kommt, wenn er frei hat, zum Kaffee und nimmt an Feierlichkeiten teil. Die Kinder lieben ihn.“

Das erste Treffen war an Ostern. „Da hatte ich ihn eingeladen. Damals sprach er noch kein Wort. Aber er musste ja.“ Und er wollte auch. Immer besser wurden die Sprachkenntnisse, immer größer der Wunsch zu arbeiten. So wandten sich Patin und „Patenkind“ an den „Integration Point“, ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit, des Integrationscenters und der Stadt. „Dort ergab sich sofort die Möglichkeit eines Praktikums auf Hof Holz“, erinnert sich Tanja Lethmathe vom „Integration Point“. Schnell stand sogar die Möglichkeit einer Anstellung im Raum. „Da musste erst einmal eine Arbeitsgenehmigung erteilt werden.“

Bislang noch ein Einzelfall

Auch dabei halfen die Mitarbeiterinnen der Verbundstelle. „Wir raten jedem Arbeitgeber, der einen geflüchteten Menschen einstellen möchte, sich sofort an uns zu wenden“, sagt Sandra Heinrich von „Integration Point“. Das sei der schnellste Weg. „Der Hintergrund ist, dass die Menschen nicht von Amt zu Amt rennen müssen“, so Michael Kinzler, Pressesprecher des Integrationscenters für Arbeit.

Er weiß, wie besonders die Geschichte von Fokar noch ist. „Das sind Einzelfälle. Denn in der Arbeitswelt kann man nur bestehen, wenn man die Sprache beherrscht.“ Daran arbeite man bei den meisten Geflüchteten noch.

Voll integriert

Obwohl sein Asylverfahren noch läuft, ist Fokar seit zwei Monaten auf dem Hof Holz beschäftigt. Er hat eine Aufenthaltsgestattung und eine befristete Arbeitserlaubnis. Immerhin. „Das Praktikum war eine gute Möglichkeit, einander kennen zu lernen“, so Jens Masuch, Geschäftsführer des Hofes Holz. „Heute ist Fokar als Küchenhelfer voll integriert und fest eingebunden.“ Neuerdings sogar mit unbefristetem Arbeitsvertrag. „Wir hoffen, das wirkt sich auf die weiteren Entscheidungen positiv aus.“ Der junge Syrer ist auf jeden Fall glücklich. Seine Arbeit gefalle ihm gut, sagt er. Nur ein Wunsch sei noch offen: „Dass meine Familie nachkommen kann.“

 
 

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