Amtsgericht trauert um Richter Rottlaender

Das Amtsgericht Buer hat mit Helmut Rottlaender einen engagierten Strafrichter verloren.
Das Amtsgericht Buer hat mit Helmut Rottlaender einen engagierten Strafrichter verloren.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen-Buer..  Das Amtsgericht Buer trauert um Helmut Rottlaender. Der auch bundesweit bekannt gewordene Strafrichter starb bereits am Donnerstag der vergangenen Woche im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krankheit.

In Münster geboren und über viele Jahre in Borken zu Hause, verbrachte Helmut Rottlaender einen großen Teil seines Lebens im Ruhrgebiet, weil er in Gelsenkirchen aufgewachsen, weil Buer sein beruflicher Lebensmittelpunkt geworden war. Nach dem Studium trat er Anfang 1979 seine erste Richterstelle an. Im November 1982 kam er zum Amtsgericht, wo er seit 1998 Strafsachen verhandelte. Seine souveräne Verhandlungsführung, vor allem aber sein entschlossenes Vorgehen gegen gewaltbereite Täter im Umfeld von Bundesliga-Fußballspielen sorgten dafür, dass der Boulevard ihn zu „Deutschlands härtestem Richter“ beförderte.

Helmut Rottlaender kannte die Sport- und Fan-Szene nicht nur aus dem Aktenstudium. Der passionierte Radfahrer war bei jedem Schalke-Heimspiel dabei. „Es war ihm immer ein ganz, ganz großes Anliegen dafür einzustehen, dass man als Eltern mit Kindern ein Fußballspiel gesund, fröhlich und unversehrt besuchen und den Platz auch so wieder verlassen kann“, erinnert sich Amtsgerichtsdirektor Bernd Wedig an seinen engagierten Kollegen. Umso weniger konnte er die steigende Gewaltbereitschaft bei einigen Fans und Hooligans für sich und die Gesellschaft akzeptieren. Seine Rechtsprechung habe dazu beigetragen, „dass die Verhältnisse hier so gut sind“, so Wedig.

Helmut Rottlaender hinterlässt Ehefrau und drei Kinder. Er wird am Donnerstag, 22. August, in Borken im Beisein seiner Richter-Kollegen und Justizangestellten beigesetzt. Aus diesem Grund bleibt das Amtsgericht Buer an diesem Tag für den Publikumsverkehr geschlossen.

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