Abschied von Stephanuskirche rückt näher

Die Stephanuskirche an der Westerholter Straße weist inzwischen zahlreiche Baumängel auf.
Die Stephanuskirche an der Westerholter Straße weist inzwischen zahlreiche Baumängel auf.
Foto: WAZ
Eine Machbarkeitsstudie soll die Chancen für eine zukünftige Nutzung des Gebäudes ausloten, in dem bald keine Gottesdienste mehr stattfinden werden. Der Verzicht auf Pfarrhaus und Stephanushaus könnte den Standort Apostelkirche stärken.

Gelsenkirchen-Buer..  Die Zahl der evangelischen Christen geht zurück und damit auch die Kirchensteuereinnahmen. Die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Buer muss sich den sich veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Nachdem bereits die Markuskirche in Hassel als Gottesdienstort aufgegeben wurde, steht dieser Schritt auch für die Stephanuskirche in Buer an. Und in Scholven wird die Zukunft von Gemeindehaus und Kindergarten diskutiert. Gewinner dieses Konzentrationsprozesses könnte der Standort Apostelkirche in Buer sein.

Was an Veränderungen auf die Gemeinde und die Gemeindeglieder in den nächsten Jahren zukommen wird, gab Pfarrer Matthias Siebold am Ende der Gemeindeversammlung bekannt, auf der die Pläne für das „Wohnen in der Markuskirche“ vorgestellt wurden (die WAZ berichtete). Er scheute sich nicht davor, Klartext zu reden: „Auf Dauer wird Stephanus als Kirche, in der Gottesdienste gefeiert werden, nicht bestehen bleiben können“, spielte er auf die zahlreichen Baumängel an. Sie ist im Gemeindeverbund die Kirche mit den höchsten Sanierungs- und Betriebskosten. Sie solle aber als Baudenkmal erhalten bleiben.

Wie die Vorgaben des Denkmalschutzes und der Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren sind, soll eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, die auch von der Stadt unterstützt wird. Die Untersuchung werde dabei ihren Blick weit über den Kirchturm schweifen lassen. Siebold: „Wir müssen das Umfeld im Zusammenhang sehen: Das Gelände der ehemaligen Kinderklinik soll bebaut, das Amtsgericht abgerissen und die benachbarten Schulen umgebaut werden.“ Deshalb sei es zwingend notwendig, auch das Pfarrhaus und das Stephanushaus in die Betrachtungen miteinzubeziehen. Die Aufgabe der Stephanuskirche führe zu dem Schluss, Gottesdienste und Gemeindearbeit an der Apostelkirche zusammenzufassen. Pfarrer Matthias Siebold: „Dazu braucht es Geld. Und dieses Geld könnte an Stephanus entstehen.“ Zum Beispiel durch den Verkauf der Immobilien und Grundstücke. Welche Ziele die Machbarkeitsstudie verfolgt und wie die Gemeinde in diesen Prozess eingebunden werden kann, soll am Sonntag, 1. Juni, im Gottesdienst in der Apostelkirche erläutert werden. Erste Ergebnisse werden bis Ende September erwartet.

Pflaster wird erneuert

Im Sommer wird an der Apostelkirche der zweite Bauabschnitt der Sanierungsarbeiten fortgesetzt, kündigte Matthias Siebold an. So wird der Gebäudesockel eine neue Bemalung erhalten. Was vor allem die Gottesdienstbesucher freuen wird: Das unter Denkmalschutz stehende Pflaster des Vorplatzes der Apostelkirche wird seine Tücken verlieren. Es soll repariert und plangleich gemacht werden. Und eine neue Beleuchtung soll der dunklen Ecke, in der die Kirche liegt, bald ein Ende bereiten.

 
 

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