Opfer erleidet Hirnblutung – Bewährung für Prügelattacke

Menden - Amtsgericht Menden - Gericht - Kriminalität - Prozess - Verhandlung - Urteil - Gerichtsurteil Foto: Martina Dinslage
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Foto: MARTINA DINSLAGE
Eine Party-Nacht im Januar endete für einen 36-jährigen Fröndenberger mit einer Hirnblutung. Jetzt befasste sich das Amtsgericht mit dem Fall.

Fröndenberg. Auf dem Heimweg von der Mendener Partykneipe „Nanu!“ wurde ein 36-jähriger Fröndenberger im Januar Opfer einer brutalen Prügelattacke. Jetzt wurde der Fall vor dem Amtsgericht in Menden verhandelt.

Er darf wieder Auto fahren, er geht wieder arbeiten, er wird vermutlich wieder vollständig genesen. Das sind die guten Nachrichten für den 36-jährigen Fröndenberger. Dabei schwebte er zwischenzeitlich in Lebensgefahr.

Vier Wochen aus dem Gedächtnis gelöscht

Die Party-Nacht an einem Januar-Wochenende dieses Jahres war lang: Um 5 Uhr verließ der Fröndenberger mit einem Freund das „Nanu!“ – ebenso wie der 23-jährige Angeklagte mit seiner Truppe von knapp zehn Personen.

Was dann geschieht, geht bei den Aussagen – je nachdem welche Seite im Zeugenstand sitzt – auseinander. Das Opfer kann sich an nichts mehr erinnern – ohnehin fehlen ihm seit der Tat vier Wochen in seinem Gedächtnis –, sein Kumpel, ein 37-jähriger Fröndenberger, kann trotz des hohen Alkoholkonsums Angaben machen. Sie seien eingekreist worden von der anderen Clique, „dann hat der Angeklagte Anlauf genommen und meinem Freund mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, sagt er aus.

Zeuginnen wollen keinen Faustschlag gesehen haben

Die drei jungen Frauen, die mit dem Angeklagten unterwegs waren, sehen das anders: Das Opfer habe zu einer der Frauen gesagt, dass sie „48 Kilogramm zu viel“ habe. Daraufhin habe man mit ihm sprechen wollen. Als der Angeklagte dazu kam, schubste ihn das Opfer weg und kassierte dafür eine schallende Ohrfeige – einen Faustschlag will keine der jungen Frauen gesehen haben.

Vor jedem Stadiobesuch Anti-Depressiva

Unstrittig ist: Der Fröndenberger geht von dem Schlag zu Boden und prallt mit dem Hinterkopf auf den Asphalt. Dabei erleidet er Hirnblutungen. Seit Mai kann er wieder normal arbeiten. Dennoch: Alle drei Monate muss er seine Gehirnströme messen lassen. „Ich habe fast jeden Tag noch Kopfschmerzen. Mein Geruchs- und Geschmackssinn sind eingeschränkt“, sagt er. Zudem bekomme er „manchmal Panikattacken“, Menschenmengen machen ihn nervös, vor jedem Stadionbesuch muss er Anti-Depressiva nehmen.

Der Angeklagte – vorbestraft, arbeitslos, derzeit bei einer Freundin untergekommen – wurde zu sechs Monaten Bewährung verurteilt. Zudem muss er dem Opfer 1500 Euro zahlen.

Der Vertreter der Nebenklage stellte am Ende trocken fest: „Ich habe in dieser Verhandlung nicht ein einziges Wort der Entschuldigung gehört.“

 
 

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