Mendener verletzt bei Après-Ski-Party in Warmen

Die Party der Warmener Schützen läuft aus dem Ruder. Erst wird die Polizei wegen Drogen gerufen, dann wegen Schlägereien.

Fröndenberg/Menden.  Während Kinder am Freitagabend einfach nur eine fröhliche „Après-Ski-Party“ in der Warmener Schützenhalle feierten, lief die Erwachsenen-Sause in der Nacht zum Sonntag aus dem Ruder. Es gab mindestens vier Verletzte, möglicherweise aber mehr. Das geht aus dem Polizei-Bericht von Sonntagabend hervor. Schützenverein Ruhrtal Warmen übt sich als Hausherr und Veranstalter in Schadensbegrenzung.

Der Reihe nach. Bereits im Vorjahr gab’s Krawall. Volltrunkene Jugendliche randalierten zu später Stunde – „aber unten auf der Straße, außerhalb des Vereinsgeländes“, wie sich Vereinssprecherin Luzie Schröter auf Anfrage der WP erinnert.

Die Stimmung kippt gegen 22 Uhr

Der Schützenverein zieht Konsequenzen daraus. Er engagiert einen Sicherheitsdienst – „sieben, acht Leute“, wie Luzie Schröter betont. „Der Sicherheitsdienst hat die Besucher schon auf dem Parkplatz kontrolliert. Alkohol durfte nicht mitgebracht werden. Aber einige Leute hatten offenbar schon vorgeglüht.“

Um 20 Uhr beginnt die Party. DJ Reiner heizt 700 feierwütigen Gästen ein. Zunächst geht alles gut.

Halle kommt nicht zur Ruhe

Gegen 22 Uhr kippt die Stimmung. Die Polizei wird mehrfach zur Halle gerufen. Der Sicherheitsdienst hat Besuchern Drogen abgenommen und sie der Polizei übergeben.

Gegen 1.30 Uhr muss die Polizei erneut kommen: Körperverletzung. „Drei derzeit noch unbekannte Schläger haben nach Angaben von Zeugen auf einen 20-jährigen Mendener eingeschlagen“, heißt es im Polizeibericht. „Als er am Boden lag, hätten sie weiter auf ihn eingetreten, dabei auch mehrfach gegen den Kopf.“

Das Rote Kreuz ist vor Ort. Der Mendener kommt ins Krankenhaus. Ein Polizeisprecher: „Nach derzeitigen Informationen ist er vermutlich nicht schwer verletzt.“

Doch zur Ruhe kommt die Halle nicht. Gegen drei Uhr erreicht die Randale ihren Höhepunkt. Parallel gehen „mehrere Notrufe“ bei der Polizei in Unna und im Märkischen Kreis ein. Wieder geht es um Körperverletzung. Gleich zwei Streifenwagen-Besatzungen machen sich zur Halle auf. Das reicht nicht.

Keine gravierenden Verletzungen

„Unmittelbar nach deren Eintreffen riefen die Kollegen weitere Unterstützungskräfte hinzu, da sich vor der Schützenhalle eine größere Schlägerei mit etwa 20 Beteiligten ereignete. Zwei Personen wurden anschließend durch Rettungskräfte in Krankenhäuser gebracht“, heißt es im Polizeibericht. Gravierende Verletzungen gibt es offensichtlich nicht.

Nicht weniger als neun Streifenwagen, aus dem Kreis Unna, aber auch aus dem Märkischen Kreis, sind im Einsatz.

Polizisten bespuckt und beleidigt

Stress gibt es dennoch. „Aus polizeilicher Sicht besonders schwierig war, dass es aus der Menschenmenge immer wieder zu Körperverletzungsdelikten, Beleidigungen und Angriffen gegen die Beamten kam. Die Kollegen wurden nach eigenen Angaben wiederholt aus der Menschenmenge bedrängt, bespuckt und beleidigt. Pfefferspray wurde eingesetzt. Auch alle Streifenwagen wurden von den Störern angegangen und bespuckt.“ Immerhin: „Sachschaden entstand nicht.“

Die Veranstaltung wird beendet. Es hagelt Platzverweise. Sie werden „nur sehr zögerlich befolgt“. Ein Störer musste zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen werden. Ein Beamter wurde leicht verletzt.

Damit ist der Spuk keineswegs vorbei. Ob Rotes Kreuz, Pizzabäcker oder Veranstalter: Sie kommen nicht vom Platz. „Wir mussten alle warten“, stellt Luzie Schröter trocken fest. Um 4.40 Uhr erklärt die Polizei den Einsatz für beendet.

Das Nacharbeiten dauert lange. Noch am Sonntagabend sind, bei der Polizei wie beim Verein, etliche Fragen offen. Eines ist den Warmener Schützen klar: So etwas darf sich nicht wiederholen.

 
 

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