Konzert hinter Gittern: Die Zellen blieben zu

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Fröndenberg.. Kultur hinter Gittern – für das Justizvollzugskrankenhaus sind solche Veranstaltungen mit externen Gruppen immer etwas Besonderes, sagt Joachim Turowski. Bei allen Vorbereitungen und Kontrollen, die dafür notwendig sind, leistet das JVK mehrmals im Jahr diesen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben für die Gefangenen. „Erst neulich war eine Band da“, berichtet der Anstaltsleiter. Diese Gruppe hat ausschließlich für Inhaftierte gespielt – und das ist natürlich mit Aufwand verbunden, weiß man im JVK.

Nicht ganz so aufwändig war hingegen das Konzert, das am Sonntagnachmittag im Foyer des Krankenhauses stattfand. Liedermacher, Gittarist und Songschreiber Klaus Scheller aus Dortmund trat zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Melanie und Bernd, im JVK auf – allerdings gänzlich ohne Gefangene im Publikum. „Da hätte ich heute schon etwas Magengrummeln“, gestand Joachim Turowski.

Weil die Inhaftierten auf den Stationen blieben, fanden die Lieder von Klaus Scheller auch nur wenige Ohren. Die Neuapostolische Kirchengemeinde hatte die Veranstaltung organisiert und Klaus Scheller nach Fröndenberg geholt. Eingeladene Gäste der Kirchengemeinde waren gekommen, um die Texte des Musikers mit christlicher Botschaft zu hören.

Klaus Scheller gestand, dass ein Auftritt hinter Gittern für ihn auch eine Premiere war. Er hatte sich darauf eingestellt, hier auch auf Gefangene zu treffen und dementsprechend ein Programm vorbereitet. Dass es letztendlich anders kam, störte den Liedermacher nicht. Er sang von Zusammengehörigkeitsgefühl, von Zeit, die verrinnt, von christlichen Leitfäden im Leben. Die nur wenigen Zuhörer klatschten dafür etwas lauter.

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