Kochen wie Sarah Wiener

Promi-Köchin Sarah Wiener steht für gesunde Ernährung mit Zutaten, die aus der Region kommen.
Promi-Köchin Sarah Wiener steht für gesunde Ernährung mit Zutaten, die aus der Region kommen.
Foto: WP

Fröndenberg..  „Kinder, die sich täglich von Chips und einem Tortenboden ernähren – direkt vor unserer Haustür“: Promi-Köchin Sarah Wiener weiß um die prekären Ess-Gewohnheiten in manchen Familien.

Eine Fröndenberger Familienhebamme kennt Kleinkinder, die von wenig anderem leben als Vanillejoghurts. Fehl- und Schmalspurernährung eben. „Generationen verlieren die Kontrolle über eine selbstbestimmte gesunde Ernährung“, bemängelt Wiener, „verbunden mit Leid und hohen gesellschaftlichen Folgekosten.“

Seit zwei Jahren lernen Fröndenberger Kinder, wie sie sich selbst kleine gesunde Gerichte zubereiten können. Der Arbeitskreis „Kinder.Essen.Gesund“ (ehemals „Kein Kind ohne gesundes Frühstück“) organisiert in der Evangelischen Kindertagesstätte Oase, in der AWO-Kita Auf dem Mühlenberg und im Treffpunkt Windmühle mindestens zweimal pro Jahr einen achtwöchigen Sarah-Wiener-Kochkurs für Kinder. Demnächst werden diese Kurse in vier weiteren Fröndenberger Einrichtungen angeboten: Pädagogen aus der Gemeinschaftsgrundschule, AWO-Kita Hirschberg und den katholischen Kindergärten St. Marien und St. Josef nehmen an einer Multiplikatorenschulung teil. Sie findet vom 6. bis 7. Mai in der Gemeinschaftsgrundschule statt.

„Engagierte Menschen, die ein tolles Netzwerk aufgebaut haben“

„Wir haben uns für Fröndenberg entschieden, weil wir sehen, dass es hier sehr viele engagierte Menschen gibt, die ein tolles Netzwerk aufgebaut haben“, lobt Daniel Mouratidis, Referent der Sarah-Wiener-Stiftung, die Arbeit vor Ort. Insgesamt werden 27 Lehrer und Erzieher sich in Sachen Ernährung weiterbilden lassen. „Sie kommen aus dem ganzen Kreis Unna“, berichtet Barbara Streich, Sprecherin des Arbeitskreises „Kinder.Essen. Gesund“. Neben Vertretern der Fröndenberger Einrichtungen sind Teilnehmer aus Kamen und Bergkamen, Holzwickede und Unna dabei.

Sie lernen in der Schulung, wie sie später den Kindern beibringen können, mit Spaß und Genuss gesunde Gerichte selbst zu kochen. Geschmacksspiele mit Gemüse­sticks schulen den Gaumen, der Jahreszeiten- und Saisonkalender lehrt, dass Erdbeeren nur im Frühsommer richtig gut schmecken und die Unterschiede zwischen Saft, Nektar, Fruchtsaftgetränk und Granulat-Getränk stehen unter anderem auf dem spielerischen Lehrplan. Daneben soll der Nachwuchs auf Fahrten zu Bauernhöfen entdecken, wie Lebensmittel erzeugt werden. Die Weiterbildungen sind für Erzieher und Lehrer kostenfrei. Die bisher drei Fröndenberger Einrichtungen gehören zu mehr als 500 Partner-Einrichtungen der Sarah-Wiener-Stiftung und mehr als 1000 Multiplikatoren.

Kinder bringen etwas aus dem Schulalltag mit nach Hause

Über die Kinder sollen die Rezepte in die Elternhäuser getragen werden. Jedes Kind erhält ein Infoblatt mit den wichtigsten Kurzinfos zum Thema und den Rezepten zum Nachkochen. „Wir hören von Eltern: Endlich kommt mein Kind mittags nach Hause und erzählt mir etwas aus dem Schulalltag“, sagt Referent Daniel Mouratidis.

 
 

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