Keine Gasbohrung auf städtischem Boden

Birgit Kalle
Im westlichen Zipfel des Feldes „Falke-South“ liegen Frömern und Ostbüren. Foto: privat
Im westlichen Zipfel des Feldes „Falke-South“ liegen Frömern und Ostbüren. Foto: privat
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Fröndenberg. Die BNK Deutschland GmbH vermutet auch in Fröndenberger Boden unkonventionelle Gasvorkommen. Doch etwaigen Probebohrungen oder der umstrittenen Gasförderung, die unter dem Stichwort „Fracking“ bekannt ist, will die Politik entschieden einen Riegel vorschieben und Bohrungen auf Fröndenberger Stadtgebiet verbieten.

„Als Grundstückseigentümerin darf die Stadt Fröndenberg das“, sagt Beigeordneter Günter Freck. Dass ein solches Verbot rechtlich zulässig ist, hat er auf Anfrage bei der Bezirksregierung erfahren. Und so kann die Politik im Rat am kommenden Mittwoch einen entsprechenden Beschluss fassen.

Im Stadtentwicklungsausschuss hatte Wolfgang Harwardt (CDU) angeregt, dieses deutliche Zeichen zu setzen. „Wir können es einfach nicht zulassen, dass unter Einbringung eines Chemie-Cocktails nach Gas gebohrt wird“, betont Harwardt, der sich von dem Beschluss, auf städtischem Grund jegliche Bohrung zu verbieten, eine Signalwirkung auf andere Städte erhofft.

Die Gebiete, in denen Firmen Erdgas aufsuchen wollen, sind riesig. Allein das Feld, das zu einem kleinen Teil auch Fröndenberg abdeckt und „Falke-South“ heißt, misst 2003 Quadratkilometer. Es erstreckt sich im Regierungsbezirk Arnsberg über Teile des Hochsauerlandkreises, des Kreises Soest und des Kreises Unna, im Regierungsbezirk Detmold über Teile der Kreise Paderborn und Gütersloh sowie im Regierungsbezirk Münster über Teile des Kreises Warendorf. Im westlichen Zipfel liegen Frömern und Ostbüren.

Bei der Bezirksregierung in Arnsberg hat die BNK Deutschland GmbH beantragt, hier Gas aufsuchen zu dürfen. Zwar würde selbst die Erlaubnis der Firma noch nicht das Recht auf Probebohrungen gewähren, doch selbst die will die Stadt Fröndenberg nicht zulassen. Kritiker befürchten nämlich, dass bei der umstrittenen Methode Chemikalien das Trinkwasser verseuchen könnten. Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Stadt Fröndenberg aufgefordert, bis zum 1. März Stellung zu dem Antrag der Firma zu nehmen.

Mit ausführlicher Begründung wird sich der Rat am nächsten Mittwoch also gegen jegliche Aktivitäten der Erkundung des Feldes aussprechen und erhebliche Bedenken gegen die Erteilung der beantragten Erlaubnis geltend machen. Und darüber hinaus eben Bohrungen auf städtischem Grund verbieten.