„Kein Fracking im Fröndenberger Stadtgebiet“

DerWesten
Eine Bohrstelle von ExxonMobil für Erdgasförderung aus Tight Gas in Bötersen.
Eine Bohrstelle von ExxonMobil für Erdgasförderung aus Tight Gas in Bötersen.
Foto: WR

Fröndenberg. Massiver Chemikalieneinsatz in Fröndenberg, um Erdgas aus tieferen Gesteinsschichten zu lösen – bei dieser Vorstellung gehen Wolfgang Harwardt und Sibylle Weber (beide CDU) auf die Barrikaden.

„Wir haben hier eine flächendeckende Wasserschutzzone und dürfen daher nicht jede Art von Gewerbe ansiedeln“, erläutert Wolfgang Harwardt, Sprecher der Christdemokraten im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU), und fragt: „Hingegen soll es erlaubt sein, Erdgas mit Hilfe eines Chemikaliencocktails aus dem Gestein zu lösen?“

Das sei doch völlig absurd, meinen Harwardt und Weber in einer ersten Reaktion auf die aktuelle Berichterstattung über die von mehreren Unternehmen in NRW geplanten unkonventionellen Gasbohrungen.

„Natürlich müssen wir das erst in unserer Fraktion besprechen“, so Harwardt. Er glaube aber nicht, dass die CDU nach Lage der Dinge ihr Einverständnis zu dieser Angelegenheit geben werde. Zu befürchten sei laut Umweltbundesamt immerhin eine dauerhafte, womöglich massive Gefährdung des Grundwassers. „Das können und werden wir nicht mitmachen“, ist Harwardt überzeugt.

„Bereits in der März-Sitzung des ASU hatten wir um nähere Informationen zum Fracking gebeten“, erinnert Weber an ihre damalige Anfrage. Die Verwaltung habe zugesagt, das Thema in einer der nächsten Sitzungen zu behandeln. Zwei weitere ASU-Termine seien jedoch ins Land gegangen, ohne dass auf den Wunsch der CDU, der von den Vertretern der anderen Fraktionen mitgetragen worden war, eingegangen wurde.

„Dabei ist es offenbar höchste Eisenbahn“, mahnt die CDU-Ratsfrau, „dass die Stadt sich zu der Thematik positioniert, ehe hier über unsere Köpfe hinweg etwas ins Rollen kommt, was absolut nicht in unserem Interesse sein kann.“