Gesucht: Arbeitgeber mit Herz für die Feuerwehr

Der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke (SPD, 2. von links) begrüßt die Feuerwehr in Fröndenberg. Er ist gekommen, um zuzuhören.
Der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke (SPD, 2. von links) begrüßt die Feuerwehr in Fröndenberg. Er ist gekommen, um zuzuhören.
Foto: Alexander Lück
Es brennt bei der Feuerwehr – im übertragenen Sinn natürlich. Das erfuhr der Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke vor Ort in Fröndenberg.

Fröndenberg.  „Die Woche des Respekts“: Die Aktion der Landesregierung gilt den Ordnungskräften. Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hat sich bei der Fröndenberger Feuerwehr umgehört.

Ein aufgeregter Kommentar auf Facebook, warum die Wehr mitten in der Nacht mit voller Sirene zum Einsatz fahren müsse, Kopfschütteln, verständnislose Kommentare von vorbeifahrenden Autofahrern an Unfallstellen oder – wenn die Feuerwehrleute im Eifer des Einsatzes vermeintlich andere Fahrzeuge mit ihren Löschwagen blockieren – hin und wieder auch ein ausgestreckter Mittelfinger. Einzelfälle, mag sein. Aber all das haben Fröndenberger Feuerwehrleute schon erlebt, wie Dieter Blotenberg Ganzke im Gerätehaus Mitte erzählte.

Noch mal gut gegangen

„Tätlich attackiert worden sind wir bis jetzt glücklicherweise aber noch nicht“, beantwortete Jörg Sommer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, die wichtigste Frage von Ganzke. In der Nachbarschaft gibt es bereits Fälle, die fassungslos machen: In Lünen, beispielsweise, versuchten Betrunkene, während eines laufenden Einsatzes den Rettungswagen zu stehlen. Das berichtete Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann, der wie auch sein Stellvertreter Jörg Sommer diesen Job ehrenamtlich ausübt. Gleiches gilt auch für das gute Dutzend Feuerwehrleute, das ins Gerätehaus gekommen war.

Positiv bekloppt

War die Frage nach tätlichen Angriffen schnell beantwortet, konnte das Gespräch mit Hartmut Ganzke dann in etwas unspektakulärere, wenn auch nicht weniger wichtige Richtungen gehen, zum Beispiel über das unentgeltliche bürgerschaftliche Engagement der Kameraden. Dieter Blotenberg: „Vielen Menschen ist nicht klar, dass wir das neben dem Beruf und ohne Bezahlung machen. Wenn man genau das erklärt, kommt schon mal der Spruch: Du bist ja bekloppt!“ Positiv bekloppt seien Feuerwehrleute, da waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig.

Brötchen aus der Nachbarschaft

Umso mehr bedürfe es für diesen Einsatz eines verständnisvollen Arbeitgebers. Und das ist eines der größten Probleme, mit denen sich freiwillige Feuerwehren konfrontiert sehen, so Blotenberg: „Im öffentlichen Dienst klappt das in der Regel ganz gut, aber bei kleinen Firmen kann man es ja verstehen, dass nicht die Hälfte der Belegschaft zum Einsatz ausrücken kann. Und wir haben auch Selbstständige in unseren Reihen, die ihren Kunden ja auch nicht ständig sagen können: Ich bin mal eben weg.“

An Ganzke gerichtet, wünscht man sich noch bessere Regelungen für die Entschädigung des Arbeitgebers bei Einsätzen. Auch für die Situation der Nachwuchsgewinnung interessierte sich der Landespolitiker. Die per neuem Gesetz nun auch in NRW eingeführte Kinderfeuerwehr „Löschzwerge“, da war man sich einig, ist eine gute Idee, für Fröndenberg aber aktuell nicht umsetzbar. Jörg Sommer: „Da fehlen uns Räumlichkeiten, vor allem aber Leute. Die Gruppen der Jugendfeuerwehr werden ja quasi „nebenbei“ von Männern und Frauen geleitet, die ehrenamtlich auch noch im aktiven Dienst stehen.“ Und nochmal zurück zum Thema des Besuchs: der Respekt in der Bevölkerung ist im Großen und Ganzen vorhanden. Blotenberg: „Manchmal werden wir von der Bevölkerung nach dem Einsatz mit Brötchen und Kaffee versorgt. Das sind dann sehr schöne Momente.“

 
 

EURE FAVORITEN