Explodiertes Boot löst Großbrand in Marina Bergkamen aus

In der Marina Bergkamen am Datteln-Hamm-Kanal gab es einen Großbrand.
In der Marina Bergkamen am Datteln-Hamm-Kanal gab es einen Großbrand.
Foto: Dietmar Luft/Feuerwehr Bergkamen
In der Marina Bergkamen ist am Donnerstagabend ein Boot explodiert und hat dort eine Brand-Kettenreaktion ausgelöst. Fünf weitere Boote wurden komplett zerstört und trieben wie brennende Fackeln durch den Yachthafen. Die Feuerwehr war mit vier Dutzend Einsatzkräften vor Ort.

Bergkamen. Ein Großbrand in der Marina in Bergkamen-Rünthe hat am Donnerstagabend eine Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Gegen 18.42 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Ein Boot war an seinem Liegeplatz beim Anlassen explodiert. Der Eigner und seine Frau erlitten einen Schock und leichte Verletzungen, konnten sich aber rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Die Explosion war wahrscheinlich durch eine Verpuffung im Motorraum entstanden. Das Schiff fing sofort Feuer. Die Flammen griffen rasch auf weitere Yachten über die in "Päckchen"-Stellung unmittelbar nebeneinander an dem Steg lagen, berichtet Dietmar Luft, Stadtbrandmeister in Bergkamen.

Boote trieben "wie brennende Fackeln" durch die Marina

Nach der Explosion fing das Schiff sofort Feuer, dabei gingen auch Gasflaschen an Bord in die Luft. Durch die Flammen brannten die Leinen anliegender Boote durch, die sich vom Steg lösten und durch den Yachthafen trieben - "wie brennende Fackeln", beschreibt Luft. Mit einem Feuerwehrboot schleppten Feuerwehrleute die umhertreibenden Boote in Sicherheit. Eine gegenüberliegende Segelyacht konnte vor den Flammen geschützt werden, sagt Luft.

Nach Schätzung der Feuerwehr wurden insgesamt zehn Boote beschädigt, davon wurden fünf total zerstört. "Sie sind nur noch als Skelett zu erkennen". Insgesamt waren 50 Feuerwehrleute vor Ort. Alarmiert worden war auch der Rettungshubschrauber Christoph 8 in Lünen.

Entgegen der ersten Meldung - "Schiffsbrand und eine Person vermisst" - wurden bei dem Brand offenbar keinen weiteren Personen verletzt oder sind noch vermisst. Der 58-jährige Eigner des Unglücks-Bootes und seine 56-jährige Frau kamen mit Prellungen und Brandwunden davon. Dietmar Luft: "Der Mann erklärte, die Explosion sei unmittelbar nach dem Druck auf den Startknopf passiert" - dann hätte die Explosion beide Eheleute durch die Luft geschleudert.

Die Wasserschutzpolizei schätzt den Schaden auf mindestens 150.000 Euro. Die Marina Bergkamen-Rünthe liegt am Datteln-Hamm-Kanal und hat insgesamt 286 Boots-Liegeplätze. (dae/WE)