Erneuerbare Energien-Gesetz verteuert Strompreise

Der Gesetzgeber unterstützt die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme.
Der Gesetzgeber unterstützt die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme.
Foto: WP

Fröndenberg. Aufgrund der deutlich erhöhten EEG-Umlage heben auch die Stadtwerke Fröndenberg den Strompreis zum 1. Januar 2011 um 1,38 ct./kWh/netto an. Das teilt das Unternehmen jetzt mit.

Die großen nationalen Transportnetzbetreiber hatten die neue EEG-Umlage, die von 2,047 ct./kWh auf 3,53 Cent netto je kWh steigt, Mitte Oktober bekannt gegeben. Dazu Bernd Heitmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Fröndenberg: „Wir als Stadtwerke sind nur der Überbringer der schlechten Nachricht: Über das nationale Umlagesystem müssen alle Stromkunden einen Anteil für die Förderung regenerativer Energien bezahlen. Dies ist politisch so gewollt.“

Der Strompreis für Haushaltskunden im Tarif Ruhrpur-Extra steigt somit um 6,86 % von 17,97 ct. auf 19,35 ct./kWh netto. Der Grundpreis bleibt aber unverändert. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.000 kWh ergeben sich für die Haushaltskunden der Stadtwerke Fröndenberg Mehrkosten von ca. 4,10 Euro/brutto im Monat.

Aufgrund der aktuellen Bedingungen im Gasmarkt ist eine Erhöhung der Gaspreise ebenfalls unvermeidbar. Die Arbeitspreise für Haushaltskunden steigen zum 1. Januar 2011 um 0,25 ct/kWh netto. Im Gas-Sondertarif bedeutet das eine Preisveränderung um 4,6 % von 4,579 ct./kWh netto auf 4,829 ct/kwh netto. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 15.000 kWh bewirkt die Erhöhung einschließlich Mehrwertsteuer eine monatliche Mehrbelastung von 3,75 Euro.

„Leider kommen wir nicht darum herum, die Erdgaspreise zum Anfang nächsten Jahres anzupassen. Wir bleiben damit aber immer noch deutlich unter dem Niveau von 2008“, sagt Bernd Heitmann. „Sobald uns wieder attraktivere Beschaffungsmaßnahmen möglich sind, werden wir die Preisvorteile direkt an unsere Kunden durchreichen.“ Laut einer Studie des Vergleichsportals Check24.de, München, haben schon jetzt 27 Gasversorger Preiserhöhungen angekündigt, und zwar im Durchschnitt um knapp 8 %.

Über die EEG-Abgabe

Die Erhöhung der EEG-Abgabe wird maßgeblich vom Zubau der Fotovoltaik-Technik getrieben. Mitte Oktober hatten die vier Betreiber der deutschen Höchstspannungsnetze (50hertz, amprion, ENBW und Tennet) bekannt gegeben, dass die von den Stromverbrauchern zu zahlende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2011 von 2,047 auf 3,53 ct/kWh steigen wird. So sollen die gestiegenen Kosten für die Einspeisung von Ökostrom abgefedert werden, die vor allem in Folge der starken Verbreitung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen entstanden sind.

Allgemeiner Hintergrund ist, dass die Politik die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien forcieren will, um erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxiod einzusparen. Daher unterstützt der Gesetzgeber die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte in diesem Zusammenhang kürzlich, dass bis 2050 der Treibhausgasausstoß in Deutschland um mindestens 80 % gegenüber 1990 reduziert werden müsse.

Festgelegte Preise liegen über dem Marktpreis

Die Förderung der regenerativen Energien geschieht im Detail folgendermaßen: Besitzer von Solarmodulen, Windparks oder anderen Erneuerbare-Energien-Anlagen erhalten für einen Zeitraum von 20 Jahren die Garantie, dass der von ihnen erzeugte Strom („EEG-Strom“) zu einem festgelegten Preis abgekauft wird, der derzeit deutlich über dem Marktpreis liegt. Dieser festgelegte Preis wird als EEG-Vergütung bezeichnet.

Käufer des EEG-Stroms sind die Betreiber der örtlichen Verteilnetze, in Fröndenberg sind das die Stadtwerke. Sie nehmen den Strom in ihr Netz auf und zahlen für jede eingespeiste Kilowattstunde die EEG-Vergütung an den Betreiber der Erneuerbare-Energien-Anlage. Die Stadtwerke Fröndenberg leiten den eingespeisten Erneuerbare-Energien-Strom an den Betreiber des überregionalen Übertragungsnetzes, die amprion, weiter und erhalten von diesem die EEG-Vergütung erstattet.

Die Betreiber der vier Übertragungsnetze in Deutschland (50hertz, amprion, EnBW und Tennet) verkaufen diese Strommengen an der Strombörse. Mit den daraus erzielten Erlösen wird ein Teil der EEG-Vergütungen finanziert. Da die EEG-Vergütungen aber höher sind als der Strompreis an der Börse, bedarf es einer zusätzlichen Finanzierung. Hier hat der Gesetzgeber die Stromanbieter in die Pflicht genommen. Sie sind dafür verantwortlich, beim Kunden eine EEG-Umlage zu erheben und diese Umlage 1:1 an die Übertragungsnetzbetreiber weiterzureichen. Für jeden Stromanbieter gilt die gleiche EEG-Umlage, denn sie wird bundeseinheitlich festgelegt. Aktuell beträgt die EEG-Umlage 2,047 Cent/kWh. Im kommenden Jahr wird sie auf 3,53 Cent/kWh (netto) steigen.

Weitere Informationen: http://www.erneuerbare-energien.de

 
 

EURE FAVORITEN