Ein dickes Lob von Sarah Wiener

Sarah Wiener zu Gast in Fröndenberg: Die prominente Köchin kam zur Multiplikatorenschulung der Sarah Wiener Stiftung in die Gemeinschaftsgrundschule. Als Geschenk bekam sie ein Vogelhäuschen.
Sarah Wiener zu Gast in Fröndenberg: Die prominente Köchin kam zur Multiplikatorenschulung der Sarah Wiener Stiftung in die Gemeinschaftsgrundschule. Als Geschenk bekam sie ein Vogelhäuschen.
Foto: WP

Fröndenberg..  Die Molekularküche schätzt sie überhaupt nicht, und Petersilie zu Origami zu falten, das ist ihr viel zu aufwändig. Sarah Wiener (50) liebt es rustikal. Vor allem: ohne Chemie.

„Wir sollen heute essen, was unsere Großmütter nicht als Essen erkannt hätten“, kritisiert die Promi-Köchin Fertigprodukte, die mit Farbstoffen, Geschmacksverstärkern und Antioxidationsmitteln angereichert werden. In Fröndenberg stieß sie damit gestern auf offene Ohren. Die Gründerin kam persönlich zu einer Weiterbildung der Sarah Wiener Stiftung. 27 Lehrerinnen und Erzieherinnen ließen sich zu Multiplikatorinnen weiterbilden.

Sie werden in ihren Schulen und Kindergärten demnächst systematisch mit Kindern kochen. Denn der Nachwuchs soll sich nicht hauptsächlich von Joghurts ernähren, deren Himbeer-Aroma aus Sägespänen hergestellt wird oder Frühstücks-Flakes, die viel zu viel Zucker enthalten.

In drei Fröndenberger Einrichtungen werden Kinder schon heute in Sarah-Wiener-Kochkursen dazu angeleitet, sich mit einfachen Mitteln selbst eine kleine Mahlzeit zuzubereiten. Der Arbeitskreis „Kinder.Essen.Gesund“ (ehemals „Kein Kind ohne gesundes Frühstück“) organisiert die Kurse in der Evangelischen Kindertagesstätte Oase, in der AWO-Kita Auf dem Mühlenberg und im Treffpunkt Windmühle. Demnächst gibt es Gemüse-Sticks mit Kräuterdip, Schwarz-Weiß-Schnitte, gesunde Hamburger & Co. auch in der Gemeinschaftsgrundschule, AWO-Kita Hirschberg und den katholischen Kindergärten St. Marien und St. Josef. Pädagoginnen dieser Einrichtungen waren bei der Schulung dabei – und zeigten sich begeistert: „Ich freue mich schon richtig darauf, die Rezepte mit den Kindern in die Praxis umzusetzen“, sagt Nadine Balster aus der Gemeinschaftsgrundschule.

Kerstin Ahrens, Referentin der Stiftung, hatte Balster und die anderen an zwei Tagen mit dem Kochkurskonzept vertraut gemacht. Ausgestattet mit Rezepten, praktischen Kursplänen und didaktischem Material, können die Multiplikatorinnen, die sich auch Genuss-Botschafterinnen nennen dürfen, nun in die Kochkurs-Praxis starten.

„Das ist uns so wichtig, weil in vielen Familien nicht mehr selbst gekocht wird“, sagt Ahrens. Und Sarah Wiener ergänzt: „Es kann doch nicht sein, dass wir von der Mikrowelle zum Sofa schlappen, und das war es dann. Ein Essen zuzubereiten, das hat etwas mit Kultur zu tun, damit, dass es Freude macht, sich mit Freunden an einen liebevoll gedeckten Tisch zu setzen.“

Was sie selbst am liebsten isst, verriet Sarah Wiener übrigens auch: „Ich koche nach den Jahreszeiten und esse sehr gern süße Sachen wie Topfen-Marillenknödel und Kaiserschmarrn.“ Und ein süßes Kompliment machte sie dem Fröndenberger Arbeitskreis um Barbara Streich: „Ich bin begeistert und berührt von dem großen Engagement.“ Und in die große Runde: „Sie sind das wichtigste Kapital der Sarah Wiener Stiftung.“

 
 

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